Donnerstag, August 16, 2007

Mutter Maria Rafols, Gründerin der Töchter der Nächstenliebe der hl. Anna, Heldin der Stadt Saragossa

Im Nachgang zu unserer Veröffentlichung im letzten Heft DZM vom Februar 1991, Seiten 7654 und 7655, ist Näheres im Zusammenhang mit der hochbegnadeten spanischen Mystikerin und Ordensgründerin der Schwesternschaft von der hl. Anna MARIA RAFOLS anzufügen.

Selige Mutter Maria RafolsMutter Maria Rafols ist am 5. November 1781 in Villafranca del Panadés (Provinz Barcelona) geboren und am 30. August 1853 in Saragossa gestorben. Sehr vieles von dem, was der Himmel ihr geoffenbart hat, gilt ganz besonders auch für unsere jetzige Zeit.

Unter anderem gab der göttliche Heiland der ehrw. M. Maria Rafols Mittel und Wege an, den Sieg über den höllischen Feind zu erringen. Er sagte ihr, eines der mächtigsten Mittel, seinem himmlischen Vater Sühne zu leisten, sei, Maria, die Patronin und Beschützerin Spaniens unter dem Titel "Unsere Liebe Frau del Pilar" ([U.L.F. von der Säule] von Saragossa) anzurufen. Ferner wies er sie darauf hin, daß in diesen Zeiten der Not eine Gebetsweise der allerseligsten Jungfrau besonders angenehm sei, nämlich das betrachtende und mündliche Gebet der fünf schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzes. Man solle denselben nicht nur in der Kirche, sondern auch zu Hause in den Familien beten. Der Sieg über den höllischen Feind sei dann unfehlbar. Weiter sagt der göttliche Heiland: "Das große Übel dieser Zeiten und der noch schlimmeren, die kommen werden, ist, daß man den Geschmack am übernatürlichen Leben verloren hat, daß man nur mehr für die Dinge dieser Welt, nur mehr für die Sünde lebe." Auch gibt der göttliche Heiland der ehrw. M. Maria Rafols die Versicherung, daß er große Wunder für Spanien wirken werde, die die ganze Welt anerkennen müsse, denn diese, von seiner Mutter so sehr geliebte Nation, werde er retten. Maria selbst werde sagen, was zu tun sei, um seinen ewigen Vater zu versöhnen. Schließlich sagt der göttliche Heiland: "Sage den Spaniern, sie sollen sich nicht fürchten. Ich bin mit ihnen. Nach all diesem werden Tage des Ruhmes für mich kommen. Sie sollen die 'geistige Kindheit' eifrig üben. Sie sollen sich meinen Armen überlassen. Es wird ein Triumph kommen, wie man ihn nie zu ahnen gewagt hätte."

Dieser Triumph, die Rettung Spaniens vor dem atheistischen Bolschewismus und Kommunismus, ist denn auch in dem blutigen Bürgerkrieg der Dreißigerjahre mit dem standfest katholischen und frommen, gottesfürchtigen, marianischen General Franco als Führer und Sieger zustandegekommen. Inzwischen aber ist erneut, und viel schlimmer denn je, der Verfall des Glaubens, der moralischen Stärke und damit der Lebenskraft der spanischen Nation (wie praktisch aller übrigen katholischen Nationen der Welt) eingetreten. Aber die Verheißungen Gottes gelten immer noch, und jetzt erst recht. Doch wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, daß der Wille zur Erfüllung der göttlichen Gebote und Wünsche schon jetzt oder morgen schon wieder gegeben wäre. Es wird vorher eines schrecklichsten "gaballten" Gottesgerichtes bedürfen. Erst aus den Ruinenfeldern wird neues Leben erblühen. Aber für die wenigen Gutwilligen, die sich ganz auf Gott Stützenden, bleibt alles stets wahr, was der Heiland in früheren Zeiten in analogen Nöten durch seine Begnadeten an himmlischer Führung kundgab. Wir tun deshalb gut daran, es stets getreulich zu beachten und durch unser Tun zu beobachten.

Vernehmen wir nun also die hauptsächlichen Offenbarungen aus den nach 100jähriger Verschollenheit in den Jahren 1931 und 1932 wunderbarerweise (wie haarscharf prophezeit) wiederentdeckten nachgelassenen Schriften der Mutter Maria Rafols:



Schriftstück aufgefunden am ersten Freitag im Oktober (2. Oktober) 1931
Jesus Maria Josef!


Villafranca del Panades, den 19. April 1815
Mein gütiger Jesus befiehlt mir, schriftlich einige außerordentliche Gunstbezeigungen aufzuzeichnen, die ich von Ihm erhielt und fortwährend noch erhalte in diesen Tagen, da ich durch göttliche Eingebung in dem Hause (die Mühle von En Rovira, ihr Vaterhaus, wohin die göttliche Vorsehung sie im Jahre 1815 erneut geführt hatte) verweile, das so voller Erinnerungen für meine arme Seele ist. Trotz des großen Widerstrebens, das ich empfinde, kann ich mich nicht länger weigern, die Befehle auszuführen, die mir mein göttlicher Meister Jesus Christus seit einigen Tagen mit Beharrlichkeit erteilt. Er macht mir Vorwürfe und tadelt mich mit mildem Ernste.

Mein göttlicher Meister lehrt mich in all diesen Tagen, das betrachtende Gebet in einer Haltung zu verrichten, die ich bis dahin nie eingenommen habe. Meine größte Freude ist stets das Gebet gewesen, und da ich tagsüber zahlreiche Beschäftigungen habe, so drängt es mich, diesen Wunsch des nachts zu befriedigen, wenn mich niemand sieht.

Deshalb also sagte ich, daß ich die erste Nacht nach meiner Ankunft in diesem mir so teuren Hause im Gebet verbrachte. Und gegen elf Uhr hörte ich die Stimme meines göttlichen Meisters, der folgende Worte an mich richtete:

"Hier ist der Ort, o Meine vielgeliebte Tochter, der für Deine Ruhe und für Meine Freude bestimmt ist. Ich habe Dich an diesen heiligen Ort geführt, an den Ort, von dem Ich seit Deiner Geburt wie von Deinem ganzen Wesen Besitz ergriffen habe, um Dich so für große Unternehmungen zu erwählen. Siehe, deshalb trage Ich für Dich eine ganz besondere Sorge, denn Ich selbst bin Dein Herr und Führer unter Mithilfe Meiner heiligen Mutter. — Groß sind die Gnaden, die Du in dieser armen Behausung empfangen wirst. Zunächst wünsche Ich Dich zu unterrichten, Meine Tochter: So oft Du zu vorgerückter Nachtstunde unter Meiner Eingebung beten wirst, und wenn kein Geschöpf Dich sieht, — wirf Dich zur Erde, das Gesicht zu Boden geneigt und rufe Mich an; Mich, ohne jemals zu vergessen, daß Du Staub bist und wieder zum Staube zurückkehren wirst. Du wirst diese Haltung solange einnehmen, bis Du Meines Besuches ganz gewiß bist."

In dem Augenblick, da mein gütiger Jesus mir diesen Befehl gab, warf ich mich mit zu Boden geneigtem Antlitz nieder und betete in dieser Stellung zum ersten Male. Aber ich war so sehr beeindruckt, daß es mir unmöglich war, meine Gefühle anders als durch tiefes Schweigen kundzutun, dazu begleitet von einem Strome von Tränen, die den Boden benetzten. — Die Gnaden, die meine arme Seele in dieser Nacht des Glückes empfing, kann allein das heiligste Herz Jesu verstehen. Da meine arme Seele sonst so selten gegebene Gunstbezeigungen erhielt, wurde meine Seele in reiner, göttlicher Liebe entflammt und brannte so sehr, daß ich in diesen Augenblicken vor Liebe zu sterben glaubte.

Ungefähr gegen Mitternacht vernahm ich die Stimme meines gütigen Jesus von neuem. Ich elendes Geschöpf fühle mich unfähig, ihre Lieblichkeit und Milde begreiflich zu machen. Gleichwohl will mein Jesus, daß ich es niederschreibe und ich tue dies, so gut ich kann, nur um Ihm zu gefallen. Aber ach, es ist so schwer, die göttlichen Dinge in die menschliche Sprache zu übersetzen, so daß ich mich dabei nicht zu benehmen weiß, weil sie in nichts den Dingen dieser Erde gleichen.

Plötzlich sah ich mich von so glänzender Helligkeit, von so verschiedenen und schönen Farben gänzlich erleuchtet, daß ich in diesen Augenblicken nicht wußte, ob ich mich auf der Erde oder im Himmel befand. Und ich konnte in diesen Momenten himmlischen Glückes nichts anderes sagen als: "O Herr, wie majestätisch sind Deine Wohnungen! Erbarmen, Herr, Erbarmen für die armen Sünder! Beraube sie, o Herr, nicht Deiner Herrschaft! Sie sind blind; rechne ihnen nicht an, was sie Dir tun. O Herr, sie lieben Dich nicht, weil sie Dich nicht kennen." — Währenddessen sah ich mich von allen Seiten von soviel Licht umgeben, und mein Elend und mein Nichts waren so groß, daß mein ganzes Wesen das Aussehen eines kleinen, im unendlichen Meere verlorenen Sandkornes hatte. Ich blieb vernichtet und versunken in dieser Fülle des Lichtes, ohne irgendwo meinen Jesus unterscheiden zu können.

Inmitten dieser himmlischen Klarheit erschien plötzlich eine größere Helligkeit unter der Form einer glänzenden Wolke. Sie zerteilte sich schnell und ließ mich Jesus sehen, wie Er aus ihr hervorging. Er zeigte mir seine kostbaren Wunden; Fluten der Klarheit strömten aus ihnen in funkelnden und leuchtenden, auf mich gerichteten Strahlen. Ich war beschämt über eine so große Barmherzigkeit. In einem Augenblick verwandelte sich die demütige Wohnung in ein unermeßliches und wahrhaftiges Paradies.

O, wie groß ist Deine Barmherzigkeit, o Herr, für mich niedriges Geschöpf! Und wie groß ist das Herz Jesu! Wieviel Erbarmen hat es mit uns! Wie sehr liebt es uns und bettelt um unsere Liebe, nur um uns mit seinen kostbarsten Gaben zu bereichern! Dieses göttliche Herz ist die Quelle, dem alle Gnaden entströmen zur Reinigung unseres Elendes und unserer Unwürdigkeit. Und je mehr Gnaden er uns gibt, desto reicher bleibt es. Es ist eine unversiegbare Quelle, aus der alle wahren Wonnen fließen. Und wie sehr wird es verzehrt von dem unendlichen Durst nach dem Heil der Seelen! ... Deshalb besonders begehrt sein liebendes und erbarmendes Herz, sich uns zu offenbaren und über uns seine unendlichen Gnaden auszugießen, um unsere Not zu bereichern! Wie sehr bringen Ihn unsere Kälte, unsere Undankbarkeit, unser Mißtrauen gegen sein erbarmendes Herz zum Leiden!

Aus diesen Gründen verlangt Es von mir soviel Beharrlichkeit, die Dinge schriftlich aufzuzeichnen, die Er mich sehen und fühlen läßt. Damit die armen Sünder, wenn sie diese Aufzeichnungen in den kommenden Zeiten lesen, die so sehr seiner Barmherzigkeit bedürfen wegen der Undankbarkeit seiner zahlreichen Kinder, die Ihn vergessen und Ihn aus Ihrem Gedächtnis und Seinen gebenedeiten Namen aus dieser Welt auslöschen wollen, — damit diese Sünder, wie verhärtet sie auch sind, aus ihrem tiefen Schlaf und aus ihrer Verblendung erwachen, um ohne jegliche Furcht zu seinem väterlichen und erbarmungsvollen Herzen zu eilen.

So will ich Euch mit Hilfe der göttlichen Gnade in aller Demut und nach besten Kräften, wie es mir in meiner tiefen Unwissenheit möglich ist, alles sagen, was der unendlich erbarmungsvolle Herr mir zu verstehen gab in dieser ersten Nacht, die ich hier verbrachte und die mir stets in lebendiger Erinnerung bleibt.

Während ich mich also wie außerhalb dieser elenden Welt befand, hörte ich zum zweiten Mal die so milde Stimme meines Herrn und Meisters, der mit gewohnter Lieblichkeit mir befahl, mich auf die Knie zu werfen. Ich tat es und nahm meine gewohnte Stellung ein, die Arme gekreuzt und gegen mein heiliges Kreuz gestützt. Er sagte mir mit vieler Majestät:

"Meine Tochter, Du weißt bereits, daß Ich Dich in dieses Haus führte, um Deine Seele zu stärken und zu erfreuen."

"Ich will, daß Du in der Losschälung lebst und daß Dein Herz nichts Irdischem anhange. Auch ist Mein Wille, daß Du dieses Kruzifix, das Du so hochschätzest und das nicht zu der von Dir gelobten Armut paßt, in diese Wohnung, wo Du bleibst, annagelst. Ich werde bewirken, daß es hier dauernd verbleibt, ohne daß jemand es herausreißen kann, bis Deine Töchter eines Tages in künftiger Zeit es wiedererkennen und zum ersten Male dieses durch Meine geweihte Gegenwart heilige Haus verehren werden. Wenn sie diese Wohnung besuchen werden, werde Ich bewirken, daß eine von ihnen beim Anblick des Kruzifixes es als das Deinige erkennt. Angetrieben von Meiner Eingebung, wird sie ohne irgendwelche Anstrengung und ohne geringste menschliche Rücksicht seine Nägel losmachen und es mit Rührung von dem zeitlichen Herrn dieses Hauses verlangen." (Dies geschah tasächlich alles im Jahre 1924.)

Während das Herz Jesu diese letzten Worte an mich richtete, ließ es mich mit größter Klarheit die großen Pläne verstehen, die es mit diesem Hause und seiner Umgebung vorhatte. Ich erwähne sie nicht alle, weil ich Widerstreben und Scham empfinde, über diese so grandiosen Dinge zu sprechen, die das Herz Jesu in diesem Hause zu verwirklichen wünscht ... (in der Erwägung, daß ich so unwürdig bin, so außerordentliche Gnaden zu erhalten). — Es gab mir zu verstehen, daß das heilige Kreuz im Mutterhause zu Saragossa aufbewahrt und verehrt werden sollte, bis meine Schwestern die unscheinbare Wohnung, wo ich bin, bewohnen werden; und sodann wünscht mein gütiger Jesus die Verehrung des Kreuzes in dieser Wohnung selbst. Um solche Unternehmen in so schweren Zeiten zum Guten zu führen, wird Er Dinge und Tatsachen von so überraschender Art geschehen lassen, daß diese ein Anreiz für die Begeisterung der Menge sein werden. Und dank der Wunder, die das Herz Jesu an diesem Orte wirken wird, werden viele Sünder ihr verderbtes Leben aufgeben und hierher in das Haus des Herzens Jesu kommen, um ihr Gewissen zu reinigen. Es werden solche Dinge geschehen, daß dieser Ort die Bewunderung der christlichen Welt bilden wird.

Die Familie eines Jesuitenpaters hatte dieses von mir so hochgeschätzte Kreuz eigens für mich anfertigen lassen. Sie wußte nicht, wie sie sich erkenntlich zeigen sollte für alles, was wir für ihre Rettung während der Schrecken der Belagerungen (von Saragossa) getan hatten. Dieser Pater segnete es und verband eine Anzahl Ablässe mit ihm. Dann bot er es selbst mir an, damit ich es in meinem Kämmerchen verwahrte. Daher hielt ich viel auf es, weil es mir von einer so heiligmäßigen, dem Kreuze so ergebenen und in der Buße so strengen Person kam, so daß die bloße Erinnerung an dieselbe meiner Seele eine große Wohltat ist. Deshalb trug ich das Kreuz immer bei mir. In der Nacht legte ich es an mein Herz und behielt es so mit gekreuzten Armen (wie die allerseligste Jungfrau es mir in zartester Kindheit befohlen hatte).

Beim Erwachen verehrte ich es sehr zärtlich und bat es um Verzeihung und Erbarmen für die armen, armen Sünder, die es in dieser Stunde beleidigten. Es gab gleichfalls viele Seelen, die sich dank dieses Kreuzes bekehrten und mir sagten, daß sie einen großen Trost bei der Verehrung desselben empfänden. Einmal bekehrt, baten sie mich selbst, sie zur Buße und Beweinung ihrer schweren Fehler an irgendeinen stillen, zurückgezogenen Ort zu führen.

Auch die kleinen Kinder der Bewahranstalt liebten es sehr; mit welcher Herzlichkeit umarmten sie es, wenn ich ihnen sagte: "Schaut, meine lieben Kleinen, dieser ist Euer Vater; liebt Ihn und er wird Euch niemals verlassen." — Und ich sprach ihnen auch oft von der allerseligsten Jungfrau und empfahl ihnen, sie sehr zu lieben, weil sie die Mutter für alle sei. Die armen Kleinen drängten sich voll Offenherzigkeit und Zärtlichkeit um mich und sagten weinend zu mir: "Du, Du bist unsere Mutter!" – Arme Kindlein, wie sehr denke ich an Euch und wie oft bringen sie mich zum Weinen, diese kleinen Engel, wenn ich die Zuneigung sehe, die sie mir entgegenbringen; schon größer geworden, erinnern sie sich immer an mich und suchen mich eilends auf, um mir ihre kleinen Sorgen zu erzählen und mich um Rat zu fragen.

Auch empfahl ich allen meinen Schwestern, daß, wenn sie aus Gehorsam Sorge für diese armen Kinder zu tragen hätten, sie kein Opfer scheuen, nein, daß sie sie lieben und nach besten Kräften pflegen sollen, da sie keine andere Mütter mehr auf dieser Erde hätten als uns.

Was das heilige Kreuz betrifft, von dem ich schon gesprochen habe, so verlangt das heiligste Herz Jesu dieses: Von dem Tage an, wo die Schwester, die von Ihm für die Auffindung alles dessen, was ich auf seinen Befehl geschrieben habe, bestimmt wurde, es in demselben Zimmer und an derselben Stelle, von wo sie es vorher entfernte, angebracht hat, – soll es "der heilige Christus der Reinheit und des Trostes" ("El Santo Cristo de la Pureza y del Consuelo") heißen, weil viele Seelen sich bei seiner Anrufung bekehrt haben; so schwarz und unrein sie waren, so weiß und rein sind sie geworden, da sie von Ihm große Tröstungen zugleich mit der Hoffnung auf das ewige Heil erhielten. – Und wenn meine zukünftigen Töchter, die noch im Noviziate sind, in der "Escolonia" oder dem Vorbereitungshause sein werden, wird die Schwester an ihrer Spitze sie veranlassen, alle Freitage dieses heilige Bildnis zu besuchen. Sie werden von Ihm mit aller Glaubensglut bitten, ihnen auf immer Reinheit des Körpers und der Seele, Demut, Milde, Nächstenliebe und einen großen Schrecken vor jeder Sünde und jedem Laster zu verleihen, um Gott auch nicht mit dem Schatten der Sünde zu beleidigen.

In derselben Nacht ließ mich mein gütiger Jesus unter süßen Wonnen mit offenbarer Klarheit sehen, daß, sobald diese meine Schriften gefunden werden, große Gebäude in dieser Gegend zum Wohle der Seelen und der Menschheit errichtet werden und zwar ohne andere menschliche Mittel als den Glauben und ein blindes Vertrauen in sein göttliches Herz. – Dank der göttlichen Eingebung werden diese Werke erstehen, deren hauptsächlichstes Werkzeug im höchsten Grade dem heiligsten Herzen Jesu angenehm ist; sie werden zum guten Ende geführt durch den Bischof, der in den betreffenden Jahren die Diözese von Barcelona leiten wird. Er hat mir auch auf klare Weise zu verstehen gegeben, daß diese Werke ungefähr zwischen 1931 und 1940 ausgeführt werden und daß das heiligste Herz Jesu selbst diese heiligen Werke lenken wird, dadurch, daß es sein treues Werkzeug (den Bischof) zum Handeln bringt; Es wird durch übernatürliche Stimme die Herzen vieler edelmütiger Personen dieses und vieler anderer Orte zu rühren verstehen, damit die grandiosen Pläne seines göttlichen Herzens, wenn diese Werke einmal begonnen worden sind, tatsächlich und ohne Verzögerung verwirklicht werden.

In einer anderen Nacht, da ich damit beschäftigt war, meinen Leib zu kasteien, um die göttliche Gerechtigkeit zu entwaffnen und meinen so gütigen Jesus zu trösten wegen all der Sünden, die in dieser ganzen Gegend begangen werden, erschien mir Unser Herr Jesus Christus und sagte zu mir:

Selige Mutter Maria Rafols"Fahre fort, Meine Tochter, fahre fort, Deinen Leib zu kasteien, damit Mein ewiger Vater Genugtuung erhält wegen der zahlreichen Entheiligungen, die man Mich in letzter Zeit hat leiden lassen. - Ich will, Meine Tochter, daß Du die schrecklichen Entweihungen niederschreibst, die in den letzten Kriegen mehrere Bösewichte Meinem Bilde ganz in der Nähe dieses Ortes angetan haben. Der Unglücklichen waren es drei. Und die Beleidigungen, die Ich erhielt, als sie Mich entweihten, waren diese: Beim Zerschlagen des Kreuzes rissen sie mir den linken Arm heraus. Da sie sahen, daß er nicht aus Gold war, wie sie meinten, als sie das Kreuz aus dem Dominikanerkloster stahlen, suchten sie Schilfrohr und andere Äste dürren Holzes (von jenen, die Dein Bruder zum Brotkochen aufbewahrte) und zündeten hinter diesem Hause ein großes Feuer an, um das Kreuz mit Meinem Bilde zu verbrennen. Aber wie sehr sie sich auch anstrengten, es gelang ihnen nicht und nur das Kreuz wurde verbrannt (d. h. das Holz des Kreuzes) - Als die Kohlenglut sehr glühend war, warfen sie Mein Bild hinein; und in dem Augenblick, wo es hineinfiel, erloschen plötzlich die Flammen. Vergebens bemühten sie sich, es wieder anzufachen, es gelang ihnen nicht, obwohl das Holz sehr trocken war. Ich wirkte dieses Wunder, um zu sehen, ob Meine undankbaren Söhne die Augen der Seele öffnen und sich bekehren würden. Aber ihre Verblendung war derart, daß dieses Wunder sie nur verhärtete. - Da sie sich in ihrer Erwartung getäuscht sahen, erfanden sie ein anderes Mittel, Mein Bild zum Verschwinden zu bringen. Sie rafften es voll Wut zusammen und warfen es in den Weiher, der das Wasser aufnimmt, um die Mühle in Gang zu setzen. Sie meinten, daß es dort im Schlamm vernichtet würde. Da machte Ich sie zu Zeugen eines neuen Wunders, um zu sehen, ob sie sich von der Macht Meines ewigen Vaters überzeugen würden; aber alles war ganz umsonst. Gleichwohl blieb Mein Bild nicht im Schlamme stecken, wie sie geglaubt hatten; im Gegenteil, es folgte dem Lauf des Wassers und schwamm wie ein Strohhalm, strahlend in funkelnder Klarheit, die die Umgebung erleuchtete. - Einer der Schächer wurde erschreckt angesichts dieses neuen Wunders, das im Laufe dieser an Wundern so reichen Nacht plötzlich geschah (es war am Morgen des 14. September 1809, dem Feste der Kreuzerhöhung. Der Übersetzer). Er rief Meine hochheilige Mutter unter dem Namen U.L. Frau del Pilar an, wie dies in Spanien Sitte ist, und sagte mit lauter Stimme: "Verzeihe uns, was wir Deinem Sohne getan habe, Herrin! Und gelobt und gebenedeit sei die Stunde, da die hl. Jungfrau del Pilar in ihrem sterblichen Fleisch nach Saragossa gekommen ist." Da seine Gefährten diese Lobpreisungen hörten, ergriffen sie ihn wütend und warfen ihn auch in den Weiher. Aber anstatt zu ertrinken, konnte er sich mit der größten Leichtigkeit des Bildes bemächtigen; er umarmte es mit Liebe und Verehrung, verbarg es an seiner Brust und ging ganz allein aus dem Weiher. - Da entrissen es die beiden andern dem guten Schächer, um ihm eine neue Entweihung anzutun: Sie wollten ihm einen großen Nagel in den Kopf schlagen; aber trotz der Versuche, die sie an verschiedenen Stellen machten, gelang es ihnen nicht. Da sie sich nochmals in ihren Plänen getäuscht sahen, versuchten sie, die Dornen der Krone in Meinen Kopf zu treiben; aber sie brachen eher ab, als daß sie eindrangen. In höchster Wut spien sie Mich an und traten Mich mit solcher Bosheit mit Füßen, daß sie Mich in dieser Nacht von neuem alle Qualen Meiner bitteren Passion erdulden ließen. Und dann wollte Mein erbarmungsvolles Herz ein neues und vorzügliches Wunder wirken, um zu sehen, ob die beiden anderen Schächer die Augen der Seele öffnen würden. Ich machte zu Fürsprechern bei Meinem ewigen Vater Meine hochheilige Mutter und den guten Schächer, der sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, um Mein Bild aus dem Weiher zu ziehen und in Gegenwart von allen dreien bewirkte Ich sodann, daß Mein Bild sich mit reichlichem Blutschweiß bedeckte, damit sie sähen, daß Mein väterliches Herz bereit sei zum Verzeihen und von neuem sein Blut zur Rettung der armen Sünder zu vergießen. Aber ihre Verhärtung und ihre Verblendung waren derart, daß sie sich, mit Ausnahme des ersten Schächers, nicht bekehrten, obwohl sie mit eigenen Augen das Wunder der Liebe sahen. - Die beiden anderen verboten ihm unter Todesstrafe, etwas von dem Gesehenen zu sagen und gruben unverzüglich ein Loch in die Erde, um Mein Bild darin zu verstecken. Mein erbarmungsvolles Herz wünschte, daß die drei, ehe sie Mich hineinwürfen, Meine Stimme hörten und so sagte Ich ihnen mit Mitleid einflößendem Herzen: "O Meine Söhne, selbst beim Anblick solcher Wunder glaubt Ihr nicht? Was habe Ich Euch Böses getan, daß Ihr Mich so behandelt? Undankbare Söhne ... Ich versichere Euch, daß in kommenden Zeiten andere Arbeiter Mich aus dieser Grube herausziehen werden. Ihr, die Ihr blind und verhärtet seid, seid zu zweien, aber es werden vier oder fünf (eine Ungenauigkeit, die aus dem Gedächtnismangel der Mutter Rafols herrührt, die diese Tatsachen erst einige Zeit nach ihrer Offenbarung notierte) sein, die Zeuge Meiner wunderbaren Entdeckung sein werden, einer von einem außergewöhnlichen Wunder begleiteten Entdeckung, die die ganze christliche Welt mit Erstaunen erfüllen wird. Da Ihr nicht durch diese Wunder Meiner barmherzigen Liebe gerührt werdet, und da Ihr Mein kostbares Blut, das vor Euren Augen ist, so wenig zu schätzen wißt, und Ihr Euch weigert, es heute zu verehren, verkündige und versichere Ich Euch, daß das Weltall und die Erde es anbeten und in Ehren halten werden: Es wird frisch und rot bleiben bis zum 15. November des Jahres 1929. Dann werde Ich in Meiner Barmherzigkeit einen neuen Beweis Meiner Liebe geben dadurch, daß Ich andere Menschen herbeiführe, die ehrenvoll an diesem selben Orte arbeiten werden. Dank Meinem Eingreifen wird es einer von ihnen zu seinem großen Erstaunen finden und wird es mit einem "blinden Glauben" ohne menschliche Rücksicht mit Rührung seinen anderen Gefährten zeigen. Und dieses kostbare Blut, das Ihr entweiht, wird unter seinen gesegneten Händen vergehen.

(Alles hier Gesagte ist tatsächlich eingetroffen. Im Monat November 1929 warfen mehrere Arbeiter einige Gräben aus, um den Zaun zu errichten, der das Besitztum umschließen sollte, auf dem in der Nähe von Villafranca del Panadés das Landarbeiterheim steht, das unter dem Namen Ca'n Rovira bekannt ist. Dieses bescheidene Heim war ehedem eine Mühle gewesen. Daselbst wurde nach glaubwürdiger Überlieferung die nachmalige Mutter Maria Rafols, die Gründerin der Kongregation der "Barmherzigen Schwestern von der heiligen Anna" geboren. Das Mutterhaus der Kongregation befindet sich im Spital Santa Maria de Gracia in Saragossa. Es war am 15. des genannten Monats. Einer der Arbeiter entdeckte beim Graben im Erdreich einen Christuskörper aus Bronze, von etwa 15 Zentimeter Länge. Es fehlte das Kreuz und der linke Arm, der, wie leicht festzustellen war, weggebrochen war. Der rechte Arm war gewaltsam beschädigt. Als der Arbeiter den Christuskörper vom Boden aufhob, hatte er die Hände voll frischen Blutes. Erschrocken rief er den nächststehenden Arbeitskollegen und noch einen weiteren herbei. Zu fünft konnten sie das Vorhandensein des Blutes feststellen, das verschwand, als der Finder des Christuskörpers sich die Hände an seinen Kleidern abwischte. Es war kein Zweifel: Das Blut kam nicht etwa von einer Wunde, die der Mann sich beigebracht hätte. Die Fünf waren einstimmig der Meinung, es komme das Blut vom Christuskörper selber. So erzählten sie es auch den Leuten, mit denen sie zusammentrafen. Da sie für die Schwestern der Kongregation der heiligen Anna arbeiteten, so wurde der aufgefundene Christuskörper an sie übersandt. Diese Ordensschwestern hatten in Villafranca keine Niederlassung und daher wurde das Christusbild im Noviziat der Kongregation in Saragossa verwahrt. Monate vergingen. Am 2. Januar 1931 fand man im Kreiskrankenhaus in Saragossa ein Manuskript in Heftform von etwa 40 Blättern, die mit Bindfaden aneinandergereiht waren. Der Umschlag war aus Pergament. Die Schrift erkannte man als die der Mutter Rafols. Das ergab sich aus anderen Schriften der gleichen Hand, die in Aktenbündeln gesammelt waren. Einige davon gehörten zur Sammlung der offiziellen Urkunden des Krankenhauses. Aus dem Inhalt dieses Manuskriptes erfuhr man, daß der vor etwas mehr als 13 Monaten aufgefundene, verstümmelte Santo Cristo das Kruzifix sein mußte, das gemäß einer der Mutter Rafols eines Nachts in der Mühle Ca'n Rovira zuteil gewordenen Offenbarung des göttlichen Heilandes aus der Dominikanerkirche San Raimundo del Panadés gestohlen und von den Verbrechern, die es aus dem Heiligtum entwendet und zuletzt in der Nähe der Mühle verscharrten, entweiht und geschändet worden war ... Unter dem Namen "El Santo Cristo Desamparado" wurde das Christusbild Gegenstand einer feierlichen dreitägigen Sühneandacht in der Basilika Santa Maria in Villafranca del Panades. Später, am 14. September 1931 wurde es in der bischöflichen Hauskapelle in Barcelona ausgestellt, wo es von Tausenden verehrt wurde. Schließlich wurde es nach Saragossa gebracht, wo in einer Kapelle der Kirche des Noviziates der hl. Anna täglich ununterbrochen zahlreiche Gläubige davor beteten. Gruppen von Anbetern lösten sich alle halbe Stunde im Turnus ab, und jeden Abend nach der feierlichen Einsetzung des Allerheiligsten, das täglich von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends ausgesezt war, betete man öffentlich den von der Mutter Rafols für die Zeit verfaßten und bestimmten Sühnerosenkranz, wo der Santo Cristo Desamparado (der hl. "verlassene Christus") der Verehrung der Gläubigen ausgesetzt sein werde.")

Voll Verwunderung für dieses außergewöhnliche Wunder, werden sie ohne Unterlaß die tatsächliche Wahrheit aufrichtig und mit blindem Glauben feierlich bekannt machen. Von diesem Wunder angelockt, werden die Gläubigen von allen Seiten hierherkommen und werden unter Anrufung dieses Bildes die körperliche Gesundheit und die Rettung ihrer Seele erlangen. Ich werde es so bewirken, daß sich in der ganzen Umgegend, wo Ich entweiht worden bin, ein Thron der Liebe für Mich erhebt, vor dem alle Sünder, die Mich gläubig anrufen, Verzeihung erlangen werden. Und eine Schar reiner und keuscher Seelen wird Mir Genugtuung leisten dadurch, daß sie allerseits die Nächstenliebe üben."

"Ich habe einen brennenden Durst, von den Menschen geliebt zu werden und wie wenige sind es, Meine Tochter, die sie Mir wahrhaft erzeigen."

"Alles dies hörten Meine undankbaren Söhne mit Schrecken; aber ihr Herz war von so hartem Stein, und der höllische Feind verblendete sie so sehr, daß fortan alles umsonst war. Mit satanischer Wut warfen sie das Bild in das Loch unter schrecklichen Lästerungen, deckten es wieder zu und trampelten heftig auf den Boden, damit kein frommer Gläubige es wiedererlangen könne. - Auf solche Weise, Meine Tochter, behandelten Mich diese undankbaren Söhne und alle schonende Liebe Meines erbarmenden Herzens fiel auf ihre Seelen wie die Strahlen einer glühenden Sonne, die mehr und mehr ihre Sünderherzen verhärtete."

"Der gute Schächer konnte sich nicht entschließen, den Ort, wo sie Mein Bild versteckt hatten, zu verlassen; aber die anderen verjagten und mißhandelten ihn und drohten ihm mit dem Tode, falls er etwas von dem sagen würde, was sie getan hatten. Da Ich sah, wie sehr er Mich liebte und wie er, von aufrichtiger Reue ergriffen, mit Weinen nicht aufhörte, belohnte Ich seine große Zerknirschung und rief ihn am selben Tage, mit Mir die Freuden Meines Reiches zu verkosten."

Die Enthüllung all dieser Tatsachen verursachte mir soviel Kummer, daß ich von diesem Augenblick an nur mehr weinen und Jesus mit all meinen Kräften lieben konnte statt jener, die ihn verabscheuten und sein liebendes Herz beleidigten. Ich verdoppelte meine Buße und betete von diesem Tage ab an all diesen Orten mit meinen beiden größeren Neffen den Rosenkranz der Genugtuung, der unten folgt. Ich wünsche, daß die vorliegende Schrift, wenn man sie findet, einer gebildeten Person von heiligmäßigem Leben anvertraut werde, damit man mit diesem Gedanken, den ich in meiner Unwissenheit weitergebe, einen vollständigeren Akt der Wiedergutmachung leiste. Man leiste ihn wenigstens jährlich öffentlich an dem Tage, wo ähnliche Entweihungen an diesen Orten begangen werden:



Rosenkranz oder Akt der Genugtuung vor dem Bilde des heiligen verlassenen Christus


Man betet fünf Zehner mit folgenden Lobsprüchen:

Conocido, alabado, querido y reverenciado sea de toto el mundo el Santo Cristo Desamparado. Respuesta: Amen.

A todos nos perdone con su amor misericordioso y en su amor todos vivamos abrazados. Amen.

Bekannt, gelobt, geliebt und verehrt sei von der ganzen Welt der heilige verlassene Christus. – Antwort: Amen.

Er verzeihe uns durch seine erbarmungsvolle Liebe; laßt uns leben von seiner Liebe entzündet. – Amen.

Bei jedem Zehner sagt man:

1. Otravez has padecidotan al vivo tu Pasión, que Sangre tu cuerpo ha sudadoy hasta la tierra ha llegadolo copioso del sudor.
Respuesta: Por tu Pasión, Jesús mio, misericordia y perdón.

1. Aufs neu hast Du gelitten lebendig Deine Leiden, Dein Leib, aufs Blut verletzet, Die Erde hat benetzet mit Schweiß im Übermaß.
Resp.: Durch Deine Leiden, Jesu mein, wolle gnädig und barmherzig sein.

2. Con penetrantes espinas coronaron de nuevo tu cabeza y apretándolas con fuerza rompen tus sienes divinas, abriéndose asi tus minas del oro de más valor.
Respuesta: Por tu Pasión, Jesús mio, abrasadme en vuestro amor.

2. Aufs neu mit scharfen Dornen bekränzen sie Dein Haupt, die in die heiligen Schläfen hinein gewaltsam dringen, kostbare Gnad' sie bringen aus Deiner Leiden Schatz.
Resp.: Durch Deine Leiden, Jesu mein, hüll' in Deine Lieb' mich ein.

3. El cuerpo Ilevas machado, y las mejillas hermosas con salivas asquerosas, tus hijos te han ensuciado, y en la hoguera te han echadoy tu rostro denegrido ha quedado.
Respuesta: Por tu Pasión, Jesús mio, misericordia y perdón.

3. Dein Leib ist ganz besudelt, und Deine schönen Wangen von Speichel sind entstellt; beschmutzt von Deinen Söhnen, im Feuer Dich zu höhnen, ist schwarz Dein Angesicht.
Resp.: Durch Deine Leiden, Jesu mein, wolle gnädig und barmherzig sein.

4. Y lo han tirado al estanque con rigor fiero e inhumano, y en vez de hundirse en el cieno, se cubrió de resplandores para convertir ladrones; pero para dos fué en vano.
Respuesta: Por tu Pasión, Jesús mio, misericordia y perdon.


4. Und in den Teich Dich werfen unmenschlich sie und grausam, doch statt im Schlamm zu sinken, Goldstrahlen Dich verklären, die Sünder zu bekehren, doch war's für zwei umsonst.
Resp.: Durch Deine Leiden, Jesu mein, wolle gnädig und barmherzig sein.

5. Y haced, mi Jesús amado, que mis ojos hechos fuentes lloren lágrimas ardientes de lo mucho que he pecado, y pues tanto te ha costado, y sois liberal dador.
Respuesta: Perdónanos, Jesús mio, y abrásanos en tu amor.

5. Bewirke, lieber Jesu mein, daß meine Augen wie Fontänen, vergießen heiße Tränen ob meiner vielen Sünden, die in Dir Sühne finden: Sei mild und edelmütig!
Resp.: Verzeihe uns, o Jesu mein, hüll' uns in Deine Liebe ein!

Um meinem gütigen Jesus für die zahlreichen Entweihungen Genugtuung zu leisten, die er an diesem Orte erduldet hatte, betete ich alle Tage, die ich in Villafranca verbrachte, den Kreuzweg mit bloßen Füßen bis zum Kalvarienberg; und auf dem Rückweg betete ich den Rosenkranz der Genugtuung, den ich Euch so sehr empfehle. An diesen Tagen bezeichnete ich für alle meine Bußen dasselbe Ziel: Ich bat Ihn um Verzeihung mit der Rettung dieser undankbaren und unglücklichen Söhne, soweit sie noch leben. Darauf antwortete mein gütiger Jesus:

"Ja, Meine Tochter, sie leben noch voller Gewissensbisse, aber es gelingt der Gnade nicht zu triumphieren. Meine erbarmungsvolle Liebe nährt die Hoffnung, daß Du mehr Buße für sie tun wirst, und daß sie sich bekehren werden."

Während Er diese so tröstlichen Worte an mich richtete, gab Er mir klar zu verstehen (wenn ich in diesem Augenblick ein gutes Gedächtnis habe), daß diese armen Unglücklichen Söhne Katalaniens waren und daß, seitdem sie diesen von schrecklichen Entweihungen begleiteten Diebstahl begangen hatten, sie nirgends Ruhe fanden; denn sie konnten das entweihte Blut nicht vergessen; sie hörten unaufhörlich die Worte, die Unser Herr an sie richtete, bevor sie Sein Bild in das Loch warfen. Als Beute des Schreckens irrten sie umher und wußten nicht, wo sie sich verbergen sollten. Daher waren sie nur noch ein Schatten ihrer selbst und im Begriff, ihrem Leben hienieden ein Ende zu machen.

Zwei Tage, nachdem Unser Herr mich all dies hatte vernehmen lassen, während ich unaufhörlich betete und Buße tat für diese beiden unglücklichen Sünder, zeigte sich mir Jesus Christus ganz getröstet und sagte zu mir:

"Halte ein, Meine Tochter, halte ein! Die beiden Seelen, die Ich Dir empfohlen habe, sind gerettet. Ich lasse Dich wissen, Meine vielgeliebte Tochter, daß sie reuevoll gestorben sind und Mich mit lauter Stimme um Verzeihung baten und Meinen Namen und Mein erbarmungsvolles Herz priesen. Bei dem Anblick ihres so heiligmäßigen Todes, haben einige ihrer Gefährten, die mit ihnen befreundet und die auf dem Wege des Bösen waren, Reue erweckt über die schlechten Taten ihres Lebens, brachen ohne menschliche Rücksicht in Klagen aus und legten öffentlich Beichte ab über alle ihre Sünden. Jetzt leben sie in Meiner Gnade."

Den Trost, den meine arme Seele über diese heilsamen Nachrichten empfand, kann allein das Herz Jesu, das in mein Gewissen schaut, begreifen.

Mein gütiger Jesus gab mir zu verstehen, daß die Bekehrung dieser beiden Seelen sehr fruchtbar sein und dazu dienen werde, den Glauben vieler seiner Söhne wiederzuerwecken, die (wenn man diese Schrift auffindet) in der ganzen Welt umhergehen, eingehüllt in eine Woge des Schmutzes und geführt von dem höllischen Geist; sie entweihen und zerstören die Tempel, zerschlagen die Bilder und wollen besonders seinen tausendmal gebenedeiten Namen in allen Winkeln und Zufluchtsstätten der Erde austilgen. (Diese Stellen und auch andere beziehen sich auf die ganze Welt und zeigen, daß der Angriff auf die Religion allgemein sein wird.)

Da ich solche Dinge vernahm, verharrte ich in peinvollem Eindruck, der sich noch verstärkte, als das Herz Jesu und die allerseligste Jungfrau, in Trübsal getaucht, mich mit noch größerer Klarheit sehen und begreifen ließen, daß sich der Geist des Bösen bis in ihr vielgeliebtes Spanien entfesseln und hier mit größerer Wucht als bei anderen Nationen ohne Unterlass daran arbeiten werde, den christlichen Glauben aus den Herzen all seiner Einwohner zu reißen. — ."Man wird besonders darauf erpicht sein, Sein Bild zu entfernen und man wird es aus den Blicken Seiner Kinder verbannen, der ganz kleinen, die so sehr von Seinem Herzen geliebt werden; man wird auch verbieten, daß ihnen Seine "göttliche Lehre" gelehrt wird, all das in der teuflischen Absicht, Ihn nicht zu erkennen!" (Vgl das Kruzifixverbot in öffentlichen Primarschulen, z.B. neulich durch das Schweizerische Bundesgericht!)

Ich empfand soviel Kummer, liebe Schwestern, daß ich nur mehr weinen konnte. In aller Demut und mit größter Liebe opferte ich meinem gütigen Jesus mein eigenes Leben auf, um solches Verhängnis von unserem geliebten Spanien abzuwenden. Darauf antwortete mir Jesus voll Liebe und Milde:

"Fürchte nichts: Welches auch immer die Mittel und Umtriebe sein werden, die Meine unglücklichen Söhne erfinden, um den Glauben in Spanien abzuschaffen, es wird ihnen keineswegs gelingen, Ich gebe Dir zu Deinem Troste und zu Deiner Beruhigung die Versicherung, daß Ich aus Liebe zu den gerechten, reinen und keuschen Seelen, die es immer in Spanien geben wird, über sie in besonderer Weise bis ans Ende der Zeiten herrschen werde und daß Mein Bild auf den Straßen und Plätzen verehrt wird."

Selige Mutter Maria RafolsMein gütiger Jesus hat mir auch zu verstehen gegeben, daß, wenn diese so verwirrten und unheilvollen Zeiten kommen werden, "das mächtigste Mittel zur Leistung öffentlicher Abbitte bei Seinem ewigen Vater die Anrufung Seiner hochheiligen Mutter unter dem Titel U.L. Frau del Pilar sein wird; sie ist die Patronin und Beschützerin unseres vielgeliebten Spanien. Und die gediegendste und der allerseligsten Jungfrau del Pilar wohlgefälligste Andacht zwecks ihrer Anrufung in dieser Zeit des Krieges, der Krankheiten und der Verfolgungen, die sich gegen unsere heilige Religion richten werden (sehr klare Ankündigung einer Periode namenlosen Verhängnisses und Unheiles) wird das betrachtende und mündliche Gebet mit der Betrachtung der fünf schmerzhaften Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes sein." — Man bete dieses Gebet nicht nur in den Kirchen, sondern auch zu Hause, da gewöhnlich die Zerrüttung des Familienherdes stets am Anfang der öffentlichen Not und des Zusammenbruches des christlichen Glaubens stand; denn was unser gemeinsamer Feind mit größter Hartnäckigkeit verfolgt, ist die Entchristlichung der Familie. Ist einmal das gelungen, so ist der Sieg des höllischen Feindes sicher. Es ist das große Übel der gegenwärtigen Zeiten und wird es stets anderer, schlimmerer, kommender Zeiten sein, das übernatürliche Leben aus dem Gesichtskreis zu verlieren und ihm nicht mehr anzuhängen dadurch, daß man sich begnügt, für die irdischen Dinge, die zur Sünde führen, zu leben. Und wie wahr sind die Worte des Evangeliums: "Die Kinder dieser Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes!" Deshalb ist das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Freimaurerei, die so große Ausdehnung annimmt, die Familie christlicher zu machen dadurch, daß man das Haus und die Familie von Nazareth zum Vorbild nimmt. Gewiß, meine Schwestern, ist es sehr beklagenswert und entsetzlich anzusehen, wie die Häuser, die Tempel, die Statuen und die Klöster einstürzen ... und dennoch, wieviel schwerer ist das Übel, das der Feind verursacht, wenn er den sittlichen Zerfall der christlichen Familie vollendet. Deshalb muß vom häuslichen Herd die Wiedergeburt und das Wohlergehen der Völker ausgehen. Die Familie ist die wahre Schule des Kindes und wenn die Kinder in der elterlichen Schule vergiftet werden, wird die Nation verloren sein.

Ich bitte Euch also alle und in besonderer Weise meine Ordensschwestern, zu beten, zu opfern, mit all Euren Kräften zu arbeiten, daß in all den Familien, denen Ihr in Euren Werken der Nächstenliebe beisteht, der Rosenkranz gebetet und das heiligste Herz Jesu angerufen werde. Man kennt Es so wenig, dieses Herz voll Liebe! Man kennt Es deshalb so wenig, weil es unmöglich ist, Es gut zu kennen und Es nicht zu lieben.

Ich empfehle Euch auch, sämtliche Verfolgungen schweigend zu erdulden, ohne Rücksicht auf das Widerstreben, das unsere schwache Natur dabei empfinden kann. Indem wir uns der Vorsehung des heiligsten Herzens Jesu überlassen, lassen wir uns von Ihm in allem leiten. Niemand liebt uns so, wie dieses. Es zeigte seine Liebe auf dem Kalvarienberg und Es wird große Sorge tragen, uns all das zu verschaffen, was für unsere zeitlichen und ewigen Bedürfnisse notwendig ist. — Wir haben vor uns ein großes Vorbild: Der Herr duldete alles schweigend, und niemand wurde gedemütigt wie Er; Er erduldete alle Art Leiden aus Liebe zu uns; deshalb laßt uns, die wir Sünder sind, mit Milde die Verfolgungen erdulden, die der Herr uns schicken will, weil mit dieser Münze der Himmel erkauft wird; und wenn man uns verfolgt, so öffnen wir nur den Mund, um für diejenigen zu beten, die uns bedrängen. So tat Unser Herr Jesus Christus.Ich will keineswegs damit sagen, daß Ihr Euch einschüchtern lassen, noch als wahre Christen mit Beten aufhören sollet; im Gegenteil, die wahren Gotteskinder dürfen keine menschliche Rücksicht haben, wenn sie Gutes tun; selbst wenn die öffentlichen Bedrängnisse größer werden und der Glaube in Gefahr wäre, verloren zu gehen, müssen wir sogar auf der Straße den Rosenkranz beten. Dank dieser so mächtigen Waffe wird die Zahl der wahren Christen zunehmen und der Glaube an das Übernatürliche wird in vielen kleinmütigen Seelen, die für immer zu Grunde zu gehen drohten, gefestigt werden.

Ich war sehr betrübt, da ich alle diese Dinge vernahm, die mein gütiger Jesus mir begreiflich machte; es widerstrebte mir sehr, sie aufzuschreiben, als ich plötzlich die Stimme des Herrn hörte, der mir sagte:

"Meine Tochter, fürchte Dich nicht, Meine Befehle auszuführen. Was Du jetzt schreibst, wirst Du nicht im Ganzen verstehen; aber diese Schriften werden dazu dienen, sehr viele Seelen durch Stärkung der Geister zu bekehren; sie werden die an Meinem erbarmungsvollen Herzen zweifelnden Seelen beleben und nähren. Ich will auch, daß Du es aufzeichnest zum Troste der Kinder dieser von Meiner hochheiligen Mutter so sehr geliebten Nation, daß, wenn es zu ihrer Rettung aus den höllischen Umtrieben nötig ist, Ich sie retten und Mich dabei bedeutender Wunder bedienen werde, die zahlreiche klar mit eigenen Augen sehen werden. Und Meine hochheilige Mutter wird ihnen dann mitteilen, was sie zu tun haben, um Meinen ewigen Vater zu besänftigen und Ihm öffentliche Abbitte zu leisten."

Ich weiß nicht, - da ich mit soviel Widerstreben handle und da es für mich eine so große Qual ist, diese Dinge aufzuschreiben, - ich weiß nicht, ob ich in all diesen Schriften, die ich Euch hinterlasse, die Befehle und Wünsche des heiligen Herzens Jesu habe gut wiedergeben können; nur für Es tue ich alles dies.

Da ich diese Zeilen zu Ende schrieb, hörte ich von neuem die so süße Stimme des Herzens Jesu, das mir ungefähr folgende Worte sagte:

"Die Pläne, die Ich mit Dir vorhabe, zählen zu den größten. Du weißt wohl, daß Ich Dir seit Deiner Wiege beträchtliche Gnaden gewährt und um Dich besondere Sorge getragen habe, da Ich selbst Dein Meister bin."

Da mir meine ganze Zeit zur völligen Hingabe an das Gebet zur Verfügung steht, so empfange ich während meines hiesigen Aufenthaltes unaufhörlich reichliche übernatürliche Gnaden.

Und da ich die glühende Liebe, die ich für Unseren Herrn Jesus Christus empfinde, nicht zurückhalten kann, so bemühe ich mich, sie meinen Brüdern und meinen jungen Neffen mitzuteilen und verwandle so diese niedrige Wohnung in einen wahrhaften Schmelzofen göttlicher Liebe.

Zuerst veröffentlicht in: «DAS ZEICHEN MARIENS», 24. Jahrgang, Nr. 11, März 1991, Seiten 7672-7680

Siehe auch: Neue große Offenbarung... Ver también: "Madre Maria Rafols - una vida nacida para el heroismo"

Die Erscheinung der Gottesmutter noch zu ihren Lebzeiten in Saragossa, Spanien

an den hl. Apostel Jakobus den Älteren, Sohn des galiläischen Fischers Zebedäus und der Salome, einer Verwandten der Gottesmutter. (Sein Bruder war der hl. Evangelist Johannes.)

Bekanntlich führt man in Spanien die Gründung der ersten christlichen Gemeinden auf den hl. Apostel Jakobus zurück. Insbesondere ist es die Stadt Saragossa (spanisch: Zaragoza, von lateinisch: Caesaraugusta = "Stadt des Kaisers Augustus"), welche sich dieses Vorzugs rühmt. Hier habe der Heilige auf seiner Missionsreise durch Spanien gepredigt und eine christliche Gemeinde um sich versammelt. Doch die ersten Erfolge des hl. Apostels müssen sehr gering gewesen sein. Die Überlieferung berichtet von nur ganz wenigen Personen, die das Christentum angenommen hätten. Neun Jahre war er bereits in Spanien, scheute keine Mühe, aber das Netz, das er ausgeworfen, blieb meistens leer. Da kam über ihn eines Tages ob all der Mißerfolge eine große Mutlosigkeit und Zaghaftigkeit. Bitter beklagte er sich bei seinen Gefährten, als sie am Ufer des Ebro ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Da erschien ihm, wie es heißt, die hl. Jungfrau auf einem Pfeiler von Jaspis und tröstete ihn. Sie gab ihm gleichzeitig die Versicherung, daß durch seine Nachfolger erreicht würde, was er selbst nicht habe bewirken können, sie habe dieses Reich in ihren Schutz genommen und werde es beweisen. Sie gab ihm weiter den Auftrag, an dieser Stelle eine Kirche oder einen Tempel zu errichten. Jakobus tat es, und seit dieser Zeit wird diese Kirche zur hl. Jungfrau von der Säule oder "N.S. del Pilar", genannt.

Die Stadt Saragossa, die dieses Heiligtum birgt, ist eine der größten Wallfahrtsstätten Spaniens. Immer und immer wieder ist im Laufe der Geschichte wahr geworden, wie Maria ihr Heiligtum behütet hat. Darum ist auch der Glaube und die Überzeugung der Kirche in Spanien für diese Begebenheit so stark gewesen, daß der in hohem Ansehen stehende spanische Gelehrte Martin del Rio erklärte, der dürfe für keinen Gläubigen angesehen werden, der diese Erscheinung Mariens vor dem hl. Jakobus entweder leugnet oder nicht glaubt (Martinus del Rio, disquisitionum Magicarum libri sex etc., libro II quaest XXVI Col. Agripp. 1720). Im Jahre 1723 ist dem Erzbistum Saragossa von der hl. Kongregation die Erlaubnis erteilt worden, in den Lektionen der II. Nokturn dieser frommen und alten Überlieferung (pia et antiqua traditio) zu gedenken. Diese Nachricht löste in ganz Spanien ungeheuren Jubel aus und wurde festlich begangen. Es stand ja lange fest, daß die historischen Zeugnisse für die Kirche von Saragossa schon beim hl. Cyprian, und in den Martyrerakten des hl. Vinzentius und bei Aurelius Prudentius zu finden waren. Die Kirche von Saragossa soll zu jenen gehört haben, welche die meisten Martyrer aufzuzeichnen wisse. Aurelius Prudentius nennt sie in einem Hymnus (de martyribus Caesaraugustanis) "ein Haus der Engel, das keine Erschütterung zu befürchten habe, weil es so herrliche Opfer für Christus in seinem Inneren berge, kaum die Weltstadt Rom übertreffe sie durch den Reichtum ihrer Schätze."

Kein Sturm habe sich in den Zeiten der Verfolgung erhoben, der nicht auch in dieser Stadt seine Opfer gefordert habe. Der berühmte italienische Kirchenhistoriker und Kardinal Baronius nennt Saragossa die Metropole der Martyrer. Aber immer und immer wieder wird auch im Laufe der Geschichte berichtet, wie oft wunderbarerweise Kirche und Heiligtum beschützt wurden und wie der Opfermut der Gläubigen gerade diese Wallfahrtskirche erneut erstehen ließ.

Es ist eigentlich selbstverständlich, daß uns die spanische Mystikerin Maria von Agreda, der ja die Gottesmutter ihr Leben eingehend kundgetan hat (vgl. "Die Mystische Stadt Gottes", 8 Bände, Taschenbuchausgabe, Immaculata-Verlag), auch über diese Begebenheit Genaueres mitteilte. Man würde uns sicherlich und mit Recht einer Unterlassung bezichtigen, wenn wir diesen Bericht nicht brächten.

Maria von Agreda erfuhr in ihren Visionen, daß die Gottesmutter für den hl. Apostel Jakobus zu Lebzeiten besonders betete, weil sie wußte, daß er zuerst unter den Aposteln sein Blut für den hl. Glauben vergießen sollte. Der Heiland selbst machte Maria darauf aufmerksam, wie "die Apostel Ihm auf dem Wege des Kreuzes und des Leidens nachzufolgen hätten". Sein Diener Jakobus solle der erste sein. "Er wolle, daß dieser in Jerusalem den Martertod erleide. Es sei notwendig, daß Maria denselben in Spanien besuche, und ihm den Befehl überbringe, sich nach Jerusalem zu begeben. Vorher aber müsse er in Spanien eine Kirche unter Marias Namen errichten. Maria bat, es möge ihr vergönnt sein, in dieser Kirche in Gottes heiligem Namen einen besonderen Schutz Seiner Allmacht versprechen zu können, auch daß dieser heilige Ort ein Anteil ihrer Erbschaft sein möge für alle diejenigen, welche darin Christi heiligen Namen und Marias Fürbitte um Seine Güte anrufen würden. Christus gewährte Seiner Mutter diese Bitte.

Maria wurde von den Engeln nach Saragossa gebracht. Jakobus befand sich außerhalb der Stadt. Er war in der Nähe des Ebro am Beten und hatte sich ein wenig von seinen Jüngern entfernt. Die Engel kamen mit Maria unter den Klängen himmlischer Musik. Jakobus und seine Jünger wurden innerlich ergriffen und mit himmlischem Trost erfüllt. Sie gewahrten über sich ein neues, das Mittagssonnenlicht überstrahlendes Licht. Die Engel hatten eine Säule von Marmor oder Jaspis (= fein kristallener Quarzstein), und ein Bild der hl. Jungfrau. Maria selber offenbarte sich dem hl. Jakobus auf einem Wolkenthrone, der von Engeln umgeben war. In tiefster Demut verehrte der glückliche Apostel die Mutter seines Herrn. Zugleich erblickte er die Säule und das Bild.

Die Jungfrau segnete ihn und sprach: "Mein Sohn Jakobus! Diesen Ort hat der Allerhöchste dazu bestimmt, daß du auf demselben ein Bethaus errichtest und heiligest, wo Er unter dem Titel meines Namens den Seinigen erhöht und groß gemacht haben will. Hier sollen Seine Gnadenschätze ausgeteilt werden, allen Gläubigen wird hier die alte Barmherzigkeit angeboten, welche sie durch meine Fürbitte zu erlangen suchen, wenn sie von ihnen nur mit wirklichem Glauben und gottgefälliger Andacht gesucht wird. Im Namen des Allmächtigen verheiße ich ihnen große Gnade und Segen. Dieser Tempel wird mein besonderer Erbteil sein. Zum Zeugnis dieser Wahrheit und meines Versprechens soll diese Säule hier bleiben und mein Bildnis auf dieselbe gesetzt werden. Sie wird an dem Orte, wo du die Kirche bauen wirst, mit dem heiligen Glauben bis ans Ende der Welt bleiben. Beginne unverweilt mit dem Bau. Nach seiner Vollendung gehe nach Jerusalem, dort sollst du nach dem Willen meines allerheiligsten Sohnes ihm das Opfer deines Lebens darbieten."

Die Engel stellten auf Marias Gebot die Säule mit dem Bildnis auf derselben Stelle auf, wo sie noch heute zu sehen ist. Jakobus warf sich zur Erde, und die Engel feierten mit ihm die erste Einweihung der Kirche, welche zuerst in der Welt der großen Himmelskönigin geweiht worden ist. Dies war der Ursprung Unserer Lieben Frau von der Säule zu Saragossa. ... Nachdem Maria Jakobus den Segen erteilt hatte, wurde sie von den Engeln aufgehoben und nach Jerusalem zurückgetragen. Auf ihre Bitte wurde zum Schutz der für die Kirche bestimmten Stätte ein Engel bestimmt, der noch heute daselbst wacht und wachen wird, so lange das Bild und die Säule dort sind. Bisher ist unter dem Unglauben der Juden, der Abgötterei der Römer, der Ketzerei der Arianer und unter der barbarischen Tyrannei der Mauren (Mohammedaner) und Heiden das Heiligtum unverletzt geblieben. Die Bewunderung der Christen würde noch größer sein, wenn sie von den Anschlägen, die die Hölle wider dieses Heiligtum durch jene Nationen ausführen wollte, Kunde hätten. Die Verheißung der Erhaltung dieses Tempels, obwohl anscheinend frei und bedingungslos abgegeben, schloß gleichwohl die bei vielen dergleichen Versprechungen vorausgesetzte Bedingung in sich, daß wir unsererseits durch unsere Missetaten Gott nicht zwingen, uns die versprochene und angebotene Gnade und Barmherzigkeit zu entziehen. Des Satans Trachten geht dahin, die Sünden und Laster der Menschen so groß werden zu lassen, daß durch sie die göttlichen Verheißungen vereitelt werden. Er will die Gläubigen gleichsam zwingen, jenes Heiligtum dort nicht mehr zu erhalten. Gelingt ihm das nicht, so hat er seine Absicht wenigstens daraufhin gerichtet, die Andacht und Ehrerbietung gegen jenen heiligen Tempel und damit gegen die großen Wohltaten zu verhindern, welche Maria denen verheißen hat, die darum würdig bitten.

Nachdem die Erscheinung Mariens verschwunden war, gab Jakobus seinen Jüngern, die von der himmlischen Musik und dem hellen Glanze noch ganz benommen waren, von allem übrigen aber nichts vernommen hatten, die nötige Anweisung zur Erbauung der Kirche oder Kapelle, die er noch vor seinem Weggang von Saragossa vollendete. Später haben die Katholiken jenes kostbare Gebäude aufgeführt, welches heute das Heiligtum ziert.

Der Evangelist Johannes hat von dieser Entrückung der Himmelskönigin nach Spanien keine Nachricht erhalten, Maria hat ihm auch davon nichts mitgeteilt, weil es zur allgemeinen Unterweisung der Gläubigen nicht nötig war. Als Jakobus nach der Heimkehr aus Spanien durch Ephesus reiste, teilte er seinem Bruder Johannes die Begebenheit sowie auch den ersten Besuch mit, den er bei Granada von Maria gehabt hatte. In Jerusalem machte er diese Wunder den Gläubigen zu deren Erbauung bekannt. Dieselben trugen sich vierzig Jahre nach der Geburt des Herrn zu."(Anm.: Maria war schon einmal früher dem hl. Jakobus in Spanien erschienen anläßlich einer gegen ihn gerichteten schweren Verfoglung)."

Die Erscheinung Marias zu Saragossa erfolgte in der Nacht des 2. Januar (40), vier Jahre, vier Monate, zehn Tage, nachdem Jakobus Jerusalem verlassen hatte. Er blieb noch ein Jahr, zwei Monate und 23 Tage in Spanien und starb am 25. März im Jahre 41 nach Christi Geburt. Maria war 54 Jahre, 3 Monate, 31 Tage alt, als sie zu Saragossa erschien.

Nach der Kirche zu Saragossa baute man Maria in Spanien deren noch mehrere. Spanien war unter allen Ländern das erste, worin die heilige Jungfrau noch bei ihren Lebzeiten eine ausgebreitete öffentliche Verehrung genoß.... Die Spanier sollten ihr dankbar sein...."

Dienstag, Juli 31, 2007

Die Erscheinungen und Verheißungen U.L.F. vom Berge Karmel

Sie sind gerade auch für unsere Zeit von höchster Aktualität und Bedeutung!

Saint Simon StockDas heilige Karmeliter-Skapulier oder das Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel wird so genannt, weil es ursprünglich den Karmeliten, einem der seligsten Jungfrau auf dem Berge Karmel (im Heiligen Land) geweihten Orden, gegeben ist. Es ist dieses das berühmteste und verbreitetste von allen Skapulieren. Seinen Ursprung verdankt es der allerseligsten Jungfrau Maria selber, die am 16. Juli 1251 dem heiligen Simon Stock, dem damaligen Generalprior der Karmeliten, erschienen ist. Als er General des Ordens war, hatten die Karmeliten wegen der blutigen Verfolgungen von seiten der Mohammedaner in Palästina sich in Europa niedergelassen. Aber hier entstanden neuen Verfolgungen und Drangsale. Viele einflußreiche Katholiken bestürmten den Papst Honorius III., er möge diesen Orden in Europa nicht dulden und ihn aufheben. In dieser äußersten Bedrängnis flehte der hl. Simon Stock unaufhörlich die Gottesmutter an, sie möge sich ihres Ordens annehmen und ihm ein besonderes Unterpfand ihres Schutzes schenken. Beide Bitten erhörte die gütige Mutter des Karmels. Sie erschien dem Heiligen Vater in Rom und forderte ihn auf, den Orden der Karmeliten zu beschützen; auch teilte sie dem Hl. Vater mit, daß in derselben Nacht die zwei Hauptfeinde der Karmeliten in Rom plötzlich sterben würden, was auch geschah. Am selben Tage aber - 16. Juli 1251 - erschien die Gottesmutter dem hl. Simon Stock, von vielen Engeln begleitet, und überreichte ihm das Skapulier und sprach: "Nimm hin, mein vielgeliebter Sohn, dieses Skapulier deines Ordens als ein besonderes Zeichen meiner Bruderschaft, als ein Vorrecht für dich und alle Karmeliten; wer mit diesem Kleide bekleidet stirbt, wird das ewige Feuer nicht erleiden. Siehe, es ist ein Zeichen des Heiles, eine Schutzwehr in Gefahren, ein Unterpfand des Friedens und des ewigen Bundes." Sobald dieses kostbare Versprechen der Gottesmutter bekannt wurde, wollten auch die Gläubigen in der Welt dieses unschätzbare Unterpfand eines guten Todes besitzen. Päpste und Kardinäle, Kaiser und Könige, so die deutschen Kaiser Ferdinand der II. und der III., König Eduard von England, mehrere Könige von Spanien, Frankreich, Portugal, Bischöfe und Priester und Millionen und abermals Millionen von Gläubigen haben sich mit diesem Gewande Mariä bekleidet, um sich ihres besonderen Schutzes im Leben und Sterben zu versichern und der zahlreichen Gnaden und Privilegien teilhaftig zu werden. Als Leo XI. zum Papst erwählt war und mit den päpstlichen Gewändern bekleidet werden sollte, wollte ihm einer der höchsten Geistlichen auch das hl. Skapulier abnehmen, welches er schon von seiner frühesten Jugend an beständig getragen hatte. Allein der neue Papst duldete dieses nicht, indem er die merkwürdigen Worte sprach: "Lasset mir Maria, damit Maria mich nicht verlasse." Man kann wohl sagen, daß, wie das Kreuzzeichen das unterscheidende Merkmal des Christen ist, so das hl. Skapulier ein Wahrzeichen der Kinder und Verehrer Mariä.
Die Wahrheit der Erscheinung ist in verschiedener Weise beglaubigt. Nicht nur hat Peter Swanington, der Gefährte und Beichtvater des hl. Simon Stock, diese Erscheinung auf die Angabe und das Geheiß des Heiligen hin genau beschrieben, sondern es sprechen von dieser Erscheinung als von einer wahren Tatsache mehr als hundert Schriftsteller, und zwar auch solche, die nicht Mitglieder des Karmelitenordens waren. Außerdem haben in früher Zeit die berühmtesten Universitäten, namentlich jene zu Paris und Salamanca, sich darüber zustimmend erklärt. Auch ist das Leben des hl. Simon Stock, worin die wunderbare Erscheinung beschrieben ist, durch zwei Dekrete der hl. Kongregation vom 20. Juni 1609 und 12. Juni 1628 als wahr und richtig bestätigt worden. Der große Papst Benedikt der XIV. sagt in einem Werke, er halte diese Erscheinung nicht nur für wahr, sondern er sei auch der Meinung, daß sie von allen für wahr gehalten werden sollte. Der hl. Simon errichtete nun die vom apostolischen Stuhl bestätigte Bruderschaft zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Nicht weniger als 32 Päpste bereicherten sie mit Ablässen und so fand diese Bruderschaft eine rasche Verbreitung in der ganzen Christenheit. Viele auffallende Bekehrungen großer Sünder, die das Skapulier trugen, zeugen für die Verheißungen Mariä. Nur zwei wunderbare Bekehrungen sollen hier angeführt werden:
1. Das erste Wunder, das Gott mittels des hl. Skapuliers durch den hl. Simon Stock wirkte, berichtet Peter Swanington, der Beichtvater des Heiligen:
Es war am 16. Juli, als der selige Simon Stock sich nach Winchester begab. Ich begleitete ihn auf diesem Wege. Da geschah es, daß Herr Petrus von Hynthon, Dekan der Kirche St. Helena zu Winchester, in großer Eile dahergeritten kam und schnell den Seligen dringend bat, er möge doch schnell zu ihm kommen, um seinem leiblichen Bruder beizustehen, der in Verzweiflung dahinsterbe. Dieser Bruder hieß Walter. Er war ein anmaßender, frecher und streitsüchtiger Mensch, ein Verächter der hl. Sakramente. Als er eines Tages einen Edelmann beleidigt hatte, wurde er zum Zweikampf herausgefordert und erhielt dabei eine tödliche Wunde.
Da er nun bald vor dem Richterstuhl Gottes zu erscheinen hatte, wollte ihn der Teufel in Verzweiflung stürzen, indem er ihm alle während seines ganzen Lebens begangenen Verbrechen vor Augen stellte. Demzufolge wollte der Kranke weder von Gott noch von den hl. Sakramenten etwas hören, sondern rief ohne Unterlaß "Ich bin verdammt! Du, o Teufel, sollst mich an meinen Mördern rächen!"
Als wir in dem Hause eingetreten waren, fanden wir ihn schäumend vor Wut. Er war gewissermaßen wie ein wildes Tier anzusehen und erweckte nicht mehr den Eindruck eines vernünftigen Menschen. Als der selige Vater sah, daß der verzweifelnde Sterbende schon dem Tode nahe sei, machte er das Zeichen des Kreuzes über den Kranken, legte ihm das hl. Skapulier auf, erhob seine Augen zum Himmel und bat Gott für diesen Unglücklichen um die nötige Zeit, um sein Gewissen in Ordnung zu bringen, damit diese mit dem Blute Christi erkaufte Seele nicht ein Raub der Hölle werde. Plötzlich, o Wunder, kam der Sterbende wieder zu sich, erlangte neue Kräfte, bezeichnete sich mit dem heilsamen Zeichen des hl. Kreuzes und vergoß einen Strom von Tränen. Dann rief er mit lauter Stimme: "Ach ich Armseliger! Welchgroßer Schrecken ergreift mich vor der ewigen Verdammnis! Die Zahl meiner Sünden übersteigt die Zahl der Sandkörner am Ufer des Meeres! 0 Gott, dessen Barmherzigkeit die Gerechtigkeit überragt, erbarme Dich meiner ... Und Du, o mein Vater, hilf mir, ich will beichten."
Bei diesen Worten zog ich mich in ein anderes Zimmer zurück. Während der Kranke beichtete, erzählte mir sein Bruder, der Herr Dekan Petrus, daß, als er dessen unbußfertige Hartnäckigkeit wahrnahm, er sich ganz allein in ein Zimmer begab und daselbst betete. Beim Gebete hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: "Petrus, stehe auf, suche meinen geliebten Diener Simon! Er ist soeben auf der Landstraße; führe ihn herbei!" Ich wende mich um und will sehen, woher die Stimme komme, kann aber niemand entdecken. Die Stimme wiederholt zum zweiten und zum dritten Male dieselben Worte. Ich folgte dieser Stimme, stieg eilig aufs Pferd und war der sicheren Überzeugung, daß ich dem ehrwürdigen Vater begegnen müsse. Gott sei Lob und Dank, ich habe ihn gefunden."
Nach der hl. Beichte gab der Sterbende große Beweise einer wahren und aufrichtigen Bußgesinnung, machte sein Testament und forderte seinem Bruder einen Eid ab, daß er alles, was und wie er es ihm angegeben, gutmachen und ausgleichen werde. Seinem Feinde verzieh er aufrichtig und edelmütig. Hierauf empfing er die hl. Sakramente. Gegen acht Uhr abends verschied er im Frieden des Herrn. Nachher erschien er seinem Bruder; um ihn von der Rettung zu überzeugen, sagte er, daß er sich wohl befinde, indem er durch den mächtigen Schutz der Himmelskönigin und durch das hl. Skapulier gleichsam wie durch einen Schild den Anfechtungen des bösen Feindes entgangen sei. Der Ruf von diesem Wunder verbreitete sich sogleich in der ganzen Stadt. Petrus, der Dekan von St. Helena, ließ zum Dank für dieses durch die allerseligste Jungfrau an seinem Bruder gewirkte Wunder den Karmeliten in Winchester ein großes Kloster bauen.
2. Und nun die zweite Bekehrung.Im Jahre 1838 kam die Todesstunde für den französischen Bischof Talleyrand. Dieser war im Jahre 1788 Bischof von Autun in Frankreich geworden. Als aber einige Jahre später die französische Revolution ausbrach, wurde er der katholischen Kirche untreu und leistete den Eid auf die gottlose französische Verfassung. Er war zwar ein schlauer und erfolgreicher Staatsmann; aber sein unmoralischer Lebenswandel war ein großes Ärgernis für die ganze katholische Welt. So lebte er weiter in seinen Sünden, bis ihn die letzte tödliche Krankheit befiel.
Und auf dem Sterbebett bekehrte sich dieser große Sünder aufrichtig. Er widerrief alles, was er gegen die katholische Kirche getan und gesprochen hatte und starb eines wahrhaft bußfertigen Todes. Alle Welt staunte, und man fragte den Abbe Dupanloup, der Talleyrand im Sterben beigestanden: "Welchem Umstand schreiben Sie die auffallende Bekehrung dieses großen Sünders zu?" Abbe Dupanloup antwortete: "Dieselbe Frage richtete ich an den sterbenden Talleyrand und statt einer Antwort zog er das Skapulier Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel hervor, von dem wir nicht wußten, daß er es beständig getragen hatte, zeigte mir das Bild der Gottesmutter, küßte es unter Tränen. Das war seine stumme, aber doch so beredte Antwort. Jedenfalls hat er auch täglich ein kleines Gebet zur Gottesmutter verrichtet, deren Schutzkleid er so beharrlich trug."
Die Hölle hat, durch den Mund von Besessenen gezwungen, geoffenbart, daß ihr keine Priester mehr schaden, als jene, welche die Andacht zu Maria und das heilige Skapulier verbreiten. Aus einem Besessenen rief einmal ein Dämon: "0 Kleid, wie viele Seelen hast du mir und der Hölle entrissen!"
Manche meinen, daß recht schwere Bedingungen zu erfüllen sind, um eines so großen Vorrechtes teilhaftig zu werden. Dem ist nicht so. Es ist nur erforderlich:
1. Daß man von einem bevollmächtigten Priester mit dem hl. Skapulier bekleidet wird;
2. daß man das Skapulier stets bei Tag und Nacht trägt;
3. daß man in das Bruderschaftsbuch eingetragen wird;
4. daß man im allgemeinen die Muttergottes verehrt, wie dieses schon durch jedes Ave Maria geschieht. Besondere Gebete sind nicht vorgeschrieben.
Die allerseligste Jungfrau zeichnete aber den ihr so wohlgefälligen Orden nicht bloß in dieser Welt mit vielen Vorrechten aus, sondern wendete, da sie ja überall durch ihre Macht und Fürbitte viel vermag, ihre mütterliche Liebe auch ihren mit dem heiligen Skapulier aus dem Leben geschiedenen Kindern zu. Diese Zusicherung einer besonderen Hilfe nach dem Tode wurde dem Karmelitenorden und der Skapulierbruderschaft etwa 70 Jahre nach der Überreichung des hl. Skapuliers zuteil, indem die seligste Jungfrau sich würdigte, wie die alte Ordenstradition zu berichten weiß, Papst Johannes XXII. zu erscheinen und ihm den Karmelitenorden zu empfehlen, wobei sie ihrerseits versprach, den Seelen der Mitglieder im Fegfeuer zu helfen, sie zu trösten und sobald als möglich, namentlich an Samstagen nach ihrem Hinscheiden, zu befreien. Papst Johannes XXII. veröffentlichte diese Gnade mittels einer eigenhändig ausgefertigten Bulle vom 3. März 1322 zu Avignon. Diese Bulle wird wegen der für den Samstag zugesicherten Befreiung "Bulle Sabbatinum" genannt. Sie wurde von mehreren Päpsten bestätigt. Das hl. Offizium aber hat nach 3 - 4-jähriger genauer Untersuchung durch ein eigenes, von Paul V. bestätigtes Dekret unter dem 15. Februar 1613 erklärt, daß die Karmeliten dieses Privilegium auf die eben angezeigte Weise öffentlich predigen dürfen. Alexander V. bestätigte diese Bulle am 7. Dezember 1409, mehrere andere Päpste wie Clemens VII., Paul II., der hl. Papst Pius V., Gregor XIII., Clemens X. haben diese ausgezeichnete Vergünstigung neuerdings ausgesprochen. Wir sehen, wie Maria ihren Kindern nicht nur im Leben, sondern auch nach dem Tode, im Fegfeuer der Reinigung, als die liebreichste Mutter zu Hilfe kommt. Darum ruft der heilige Alfons von Liguori aus: "0 wie glücklich sind die Verehrer der seligsten Jungfrau, auch im Fegfeuer sind sie nicht vergessen."
Will jemand das Samstagsprivilegium oder der Gnade der baldigen einstigen Befreiung aus dem Fegfeuer teilhaftig werden, so ist überdies noch Folgendes zu beachten:
1. Man soll sich der standesgemäßen Reinheit befleißigen,
2. die kleinen Tageszeiten beten oder am Mittwoch und Samstag sich der Fleischspeisen enthalten;
3. kann man den Anforderungen der, Tagzeiten oder der Abstinenz nicht nachkommen, so erbitte man sich von einem bevollmächtigten Priester eine Umänderung.
Um aber allen Gläubigen das Tragen des hl. Skapuliers zu ermöglichen, hat der hl. Vater Pius X. erlaubt, daß statt des hl. Skapuliers die Skapuliermedaille getragen werden darf. Die Skapuliermedaille muß auf der einen Seite das Bild des göttlichen Herzens Jesu tragen, auf der anderen Seite irgendeine Darstellung der Gottesmutter. Diese Medaille muß als Skapuliermedaille gesegnet werden.
Die Brüder und Schwestern der Skapulierbruderschaft haben Anteil an den vielen Gebeten, guten Werken und Verdiensten der Millionen von Mitgliedern der ganzen Welt und gewinnen somit täglich auf leichte Weise einen unendlich reichen Schatz von Verdiensten, dessen großen Wert sie erst in der Ewigkeit erkennen werden. Die Mitglieder werden auch angesehen als Brüder und Schwestern des Karmelitenordens und als solche sind sie durch Verleihung des Papstes Clemens VII. im Leben und im Tode teilhaftig aller heiligen Messen, Kommunionen, Gebete, Bußwerke, Fasten, Predigten und aller guten Werke des gesamten Ordens. Zu dem Orden der Karmeliten gehören viele große Heilige, wie ein hl. Andreas Korsini, ein hl. Albert von Sizilien, ein hl. Petrus Thomas, eine hl. Magdalena von Pazzis, ein hl. Johannes vom Kreuz, eine große hl. Theresia, eine Theresia vom Kinde Jesu, eine hl. Margareta Redi, ein sel. P. Eberhard Billik, ein gottsel. Frater Johannes Brunner, ein gottsel. Fr. Sebaldus Gerl, ein gottsel. Fr. Alois Ehrlich, gottsel. P. Johannes Brenninger und viele andere Diener und Dienerinnen Gottes, an deren Gebeten und Verdiensten die Brüder und Schwestern Anteil haben. Der Verfasser des römischen Brüderschaftsbüchleins, Pater Grassi, ruft wegen der letztgenannten Gnaden des hl. Skapuliers begeistert aus: "Wahrlich eine große Gnade des hl. Skapuliers, teilhaftig zu werden aller Gebete, Nachtwachen, Almosen, Fasten, hl. Messen, Wallfahrten, Abtötungen, Bußwerke, aller Mühsalen, die ertragen werden bis zur Vergießung des Blutes, wie des Verlustes des Lebens unter den Ungläubigen, für die Verbreitung des Glaubens, überhaupt alles Guten, das in der ganzen Welt in so vielen Karmelitenklöstern durch Vermittlung der seligsten Jungfrau geschieht.
Zum Schlusse sei noch bemerkt, daß das hl. Skapulier nicht nur ein Zeichen des Heils, ein Unterpfand des ewigen Friedens und Bundes, sondern auch eine Schutzwehr in Gefahren ist. Viele haben durch das hl. Skapulier Rettung erlangt in Krankheiten, in Feuersbrünsten, in Gefahren des Ertrinkens, in tödlichen Verwundungen, in Gefahren der Verführung und in vielen anderen, sowohl leiblichen wie geistigen Nöten, wie eine Menge Beispiele in der Geschichte der Bruderschaft bekunden. Außerdem haben 32 Päpste die Bruderschaft mit Ablässen bereichert, wie schon angegeben, die man gewinnen kann an den Festen des Herrn, der allerseligsten Jungfrau, besonders der Toties-quoties-Ablaß am 16. Juli, dem Hochfeste Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel, dem Feste des hl. Josef und der vielen Feste von Ordensheiligen.
Aus all dem Gesagten solltest Du, lieber Leser, nicht zögern, dich mit dem hl. Skapulier bekleiden zu lassen. In unseren Klöstern zu Bamberg, Straubing, Bad Reichenhall, Mainz, Wien, Springiersbach, Kirchwiedern, Beilstein, Fürth, Schlüsselau, Wölfnitz, Regensburg, München, Schwandorf, Neumarkt, Reisach, Wüzburg, Regensburg-Kumpfmühl, sowie in den Kirchen, wo die Skapulierbruderschaft kanonisch errichtet ist, wie in Hollfeld, Pettstadt, Mussenhausen, Döringstadt, Aufham, Großgmain, Mainburg, Habsberg, Laufen, Baumburg, Kirchanschöring, Fährbrück, Fladungen, Mittelstreu, Rödelmaier, Eichelsee, Gelchsheim, Röttingen, Tückelhausen, Hofheim, Vasbühl, Greßthal, Schwemmelsbach, Rütschenhausen, Oberschwarzach, Buhler, Zellingen, Herbstadt, Lengfurt, Urspringen, Stammheim, Lahm über Kronach, Isling, Langensendelbach, Büchenbach, und so vielen Kirchen aller Diözesen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gibt es immer Gelegenheit, dich einkleiden zu lassen. Das hl. Skapulier ist ein Schild gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde. Die Muttergottes wünscht es aus ganzem Herzen. Das sagt uns ja auch ihre Erscheinung als Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel am 13. Oktober 1917 zu Fatima. Seid dann auch Apostel für eure Mitbürger und Mitschwestern und verbreitet diese Andacht nach bestem Können. Möchten doch alle Priester eifrige Apostel der Skapulierbruderschaft sein und sich nicht von weltlicher Klugheit leiten lassen. Viele Seelen gehen verloren, weil sie nicht zu Maria geführt werden. Der böse Feind haßt alles, was zu ihrer Ehre geschieht; auch das Tragen des Skapuliers.
Maria, Königin des heiligen Skapuliers, bitte für uns!

P. Thaddäus Ballsieper

(Entommen dem Aufsatz "La voz de los Papas y el Escapulario" aus der Zeitschrift "El Carmelo" II, Nr. 8, p. 218, C. Alboraya, 47, Valencia.) Zuerst veröffentlicht in «DAS ZEICHEN MARIENS», 24. Jahrgang, Nr. 6-7, November 1990, Seiten 7545-7548.

Dienstag, Mai 29, 2007

Die wunderbare Erscheinung Unserer Lieben Frau auf dem Wesemlin, Luzern

Unsere Liebe Frau vom WesemlinWALLFAHRTSGEBET:
Allerreinste Jungfrau und glorwürdigste Mutter Gottes Maria! Ich, dein bedürftiges Pflegekind, verehre, lobe und preise dich in dem Throne der Gnaden und der Herrlichkeit des Himmels, und in diesem heiligen Bildnis auf Erden; ich rufe dich an mit demütiger Bitte und festem Zutrauen, erlange mir von deinem göttlichen Kinde Verzeihung meiner Sünden und der verdienten Strafen, Hilfe in aller Not, sowie Stärke wider die bösen Anfechtungen, kräftige Gnade zur Tugend und Beharrlichkeit im Guten bis an das Ende. Durch Jesus Christus, deinen göttlichen Sohn, der dich allhier glorreich gemacht hat. Amen.
Vater unser. Ave Maria.


Tu gloria Jerusalem, tu laetitia Israel!
Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels! (Judith 15,10)


Pfingsten ist das Fest des Hl. Geistes. An diesem Tage hat der Hl. Geist, die dritte Person in der Gottheit, feierlich und öffentlich seine Wirksamkeit begonnen, hat das Wort erfüllt, das der Erlöser den Aposteln gegeben: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, damit er in Ewigkeit bei euch bleibe." (Joh. 14,16).
Der Hl. Geist hat das Wort des Heilandes hier auf Erden fortgesetzt und will es seiner Vollendung entgegenführen durch seine beständige Hilfe und Leitung, durch seinen Trost und seine Gnadengaben.
Er hat die Apostel belehrt über ihren Beruf und sie bis an die Enden der Erde geführt.
Er hat in drei Jahrhunderten der Trübsal und Verfolgung die Märtyrer zu ewiger Siegeskrone vorbereitet.
Er hat uns die Kirchenlehrer gegeben, durch sie die himmlischen Wahrheiten dem menschlichen Verständnis erschlossen.
Er hat durch die Wechselfälle der Jahrhunderte die Kirche geleitet und sie geschmückt als seine Braut in einer wunderbaren Liturgie, im kirchlichen Gesang, in den herrlichen Bauten der Dome und Münster, in den zahllosen Heiligtümern und Gnadenstätten.

Wandern wir zurück ins sechzehnte Jahrhundert.

Eine erste Stufe jener Zeit, eine erste Generation des sechzehnten Jahrhunderts war bereits vorüber. Der schwere Schlag war geschehen. Die Glaubenseinheit in Deutschland und in der Schweiz war zerrissen, die Glaubenstrennung zum Durchbruch gekommen. Die bekannten Glaubensdisputationen zu Baden und Bern waren darüber geschehen. Im Vaterland (in der Schweiz) standen sich zwei Lager gegenüber. Eine tiefe Kluft hatte sich zwischen die Brüder gelegt. Hüben und drüben waren die Gemüter aufs heftigste erregt. Die religiösen Kämpfe hatten auch ins Politische hinübergeschlagen und die Zeiten waren sehr ernst geworden. Auf beiden Seiten suchte man Hilfe von außen. Die inneren Gegensätze wurden äußerst scharf. In Luzern wollte man um jeden Preis das kostbare Gut des heiligen katholischen Glaubens bewahren. Von Zürich aus suchte man mit aller Kraft der neuen Lehre auch in Luzern und in den Ur- und Altkantonen Eingang zu verschaffen. Man wollte der neuen Weltanschauung und Lehre Zwinglis gleichsam eine Gasse machen. Es war namentlich Ulrich Zwingli, der dabei auch zur Gewalt aufrief. Es kam dazu, daß die protestantischen Kantone den fünf Orten den Absagebrief zusandten. Krieg war's, Bruderkrieg! Die Heere zogen nach Kappel. Aber der alte eidgenössische Sinn und die Unterhandlungen der Führer brachten es – zur bekannten Milchsuppe von Kappel – und dann – zum Friedensschluß. Man reichte sich die Hände und jeder blieb unter den neuen Verhältnissen auf seinem Gebiete. Doch die Gemüter waren nicht beruhigt. Es ist geschichtliche Tatsache, daß von Zürich aus die neue Lehre mit Gewalt verkündet wurde. Scharfe Worte fielen hüben und drüben. So klagten Zwingli und der Rat von Zürich die Innerschweiz an: es seien heftige Worte gegen die neuen Führer gefallen. Man verlangte Sühne. Die Regierung von Luzern war bereit, einige Überbordende zu bestrafen, wenn die Tatsachen arger Beleidigung festgestellt werden könnten, obwohl auch Luzern über schwere Inzichten von der andern Seite her sich beklagen konnte. Aber Zürich verlangte als Sühne Raum und Freiheit, um die neue Lehre ungehindert auch in der Innerschweiz zu verkünden. Es war der Gedanke aufgeglüht: es ist vielleicht möglich, die Innerschweiz doch allmählich ganz loszutrennen – vom alten Glauben, loszutrennen von der heiligen Kirche. Es wurden die Dinge immer ernster. Hüben und drüben wuchsen Zorn und Begeisterung immer mächtiger und gewaltiger. Vorabend vor einem Gewitter!
Blicken wir aber für einige Augenblicke in die Verhältnisse Luzern. Gewiß konnte man damals auch in Luzern gewisse Niedergänge beobachten. Wenn man sich etwas an die vorangehenden Zeiten erinnert, da die Päpste in Avignon, statt in Rom, residierten, wenn man der nachfolgenden zwiespältigen Papstwahlen gedenkt und gewisser revolutionären Strömungen im kirchlichen Leben, dann versteht man tiefe Niedergänge auch auf religiösem Gebiete und im katholischen Volke. Da und dort hatte sich eine gewisse Gleichgültigkeit und Übergemütlichkeit herausgebildet. Es wurde namentlich auch die Predigt und der Religionsunterricht da und dort vernachlässigt. Nichtsdestoweniger lebten in Luzern überwiegend der katholische Sinn, katholische Glaubensfreudigkeit der Gewissen – unerschütterlich: Wir stehen treu zu Christus, wir stehen treu zum ganzen Christus, wir stehen treu zur ganzen Kirche. Seit längerer Zeit hatten sich aufbauende, erneuernde Bewegungen geltend gemacht. Das Leben und Wirken des seligen Bruder Klaus hatte auf lange Zeit hinaus fruchtbar gewirkt. Die Bestrebungen der sogenannten Gottesfreunde verinnerlichten manche Kreise. Der hervorragende Chorherr und spätere Propst Hans Bodler war ein eifriger Katholik, ein tief überzeugter Seelsorger und mutiger Bekämpfer des neuen Glaubens, ein scharfer Gegner Zwinglis. Auf der Kanzel der Hofkirche predigte damals mehrere Jahre der geistvolle, seeleneifrige, ab und zu etwas derbe Apologet: der Franziskaner Thomas Murner, ein hervorragender Bestärker im katholischen Glauben, ein Hauptgegner Zwinglis. Die Regierung berief von auswärts den sehr tüchtigen Pfarrer Forrer, der vorbildlich wirkte. Die Regenten selbst standen mit goldener Treue zum Papst, zum Bischof, zur Kirche. Das war die Lage in unserm Kanton Luzern und insbesondere in der Stadt Luzern, als die Wolken des neuen Gewitters aufstiegen, die ich eben zu schildern versuchte. Ähnlich stand es in den inneren Landen.
Eines müssen wir bewundern: es lebte schon damals ein gewisses Zusammenwirken von Geistlichkeit und Laien, eine Art actio catholica, eine Art katholischer Aktion, die sich der kommenden Gefahr bewußt war.
Die Gegensätze wurden immer schärfer: Zürich dachte an Krieg, Bern riet ab, die Glaubensdisputationen waren schon längst vorüber. Da einigten sich die Gegner: die inneren Kantone durch eine vollständige Proviantsperre und allseitige Marktsperre für inländische und ausländische Waren zu zwingen, der neuen Lehre ihre Tore zu öffnen. Man dachte sich's: Durch Hunger erschüttert, wird das Volk von selbst mutlos und es wird sich eine Gasse für den neuen Glauben auch nach Luzern und in die inneren Kantone öffnen lassen. Wir müssen diese Dinge im Geiste der damaligen Zeit betrachten. Die Verhältnisse gestalteten sich immer schärfer. Es war zu Pfingsten, am Vorabend von Pfingsten. als von Zürich aus – nach langen. vergeblichen Verhandlungen – die scharfe Marktsperre unwiderruflich verhängt wurde für inländische und ausländische Waren. Nun war die Lage hochernst geworden. Was sollte der Winter bringen? Die damalige Wirtschaft der inneren Kantone war durchaus abhängig vom Außenhandel. Ernste Männer sagten sich, es klopfen die furchtbarsten Dinge an: Hungersnot und Elend. Auf der andern Seite sagte man sich: ein gebrochenes Volk fühlt auch die menschlichen Schwächen, dann wird die neue Lehre wie erlösend wirken.
Das ist die geschichtliche Vorstufe. Nun stehen wir vor dem Geschehnis und dem Geheimnis, dessen wir hier gedenken.

Das Geschehnis und Geheimnis von Pfingsten 1531

Pfingsten, die hohe Feier war angebrochen. Pfingsten war auch damals das Fest des Mutes und der Kraft. Pfingsten ist ein Christusfest. An Pfingsten erst vollendete Jesus Christus sein Werk. Darum ist Pfingsten auch Hochostern, Vollostern. Pfingsten ist das Hochfest des Heiligen Geistes, der das von Christus gebaute Schiff der Kirche belebt und auf das Meer der Welt entsendet! Pfingsten ist aber auch ein Marienfest. Mitten in der Apostelschar steht sie, leuchtend wie die Morgenröte.
Damals stand auf dem Wesemlin, da wo jetzt der Hochalter der Kirche sich befindet, eine uralte Kapelle, in jener Zeit beinahe ein Trümmerhaufen. Sie war einst eine stille, heilige Andachtsstätte, klein an Umfang, aber beim Volke beliebt. Mit der Zeit geriet sie in Vergessenheit und stand als halbe Ruine da. Hier im Lande war zwar alles katholisch, aber wie es in ernsten Zeiten sich ereignet: es gab auch in Luzern Geister, die mit der Gegenpartei sympathisierten, und da und dort begannen, wenn auch selten, die Anzeichen des Bildersturmes sich zu zeigen. Man versündigte sich an kleinen Heiligtümern. Man wagte nicht, in die großen Kirchen einzudringen. Aber einige Stürmer versuchten sich an Wegkreuzen und kleinen Kapellen. So geschah es, daß die halbverfallene Wesemlinkapelle beinahe vollständig niedergerissen und das Muttergottesbild an heiliger Stätte in Stücke geschlagen wurde. Nun stand denn dieses Heiligtum da wie eine sinnbildliche Frage: Soll auch in Luzern Maria enthront, entkrönt werden – so viel es an den Menschen lag? Soll ein Sturm losbrechen gegen das katholische Gut, gegen die Erbschaft Christi und der Kirche?
In der Nähe der Kapelle besaß der vornehme Mauritz von Mettenwyl neben seinen Häusern in der Stadt ein Landgut. Es grenzte an jene Kapellenruinen. Wir wissen, daß er sich am Pfingstabend des Jahres 1531 auf stillen Wegen in der Nähe des zerstörten Heiligtums erging. Mettenwyl war ein nüchterner, besonnener, tüchtiger Mann, ein hervorragender Soldat. Er war – im Geiste und nach der Gewohnheit jener Zeit - in höheren Kriegsdiensten in Frankreich gestanden. Dann hatte er eine Reihe von Ämtern in der Stadt inne. Er war Mitglied des Großen und später des Kleinen Rates geworden. Auch verwaltete er zu Zeiten einige Vogteien. Ganz besonders aber lag ihm später das Amt des Spitalmeisters ob. Mit Hilfe seiner edlen Gattin besorgte er in der Stadt die Armen, die Kranken, die Pfründner, die Reisenden. Es leuchtete in seinem Leben ein gewisser sozialer Zug, eine Art lieblicher Verbindung zwischen Religiosität und Humanität. Dieser Mann wandelte am Pfingstabend 1531 ernsten Sinnes über das Wesemlin. Es war am 18. Mai. Er steht in der Nähe der jetzt zerfallenen Kapelle. Sein Gemüt ist tief bedrückt. An Pfingsten, an der Vigil von Pfingsten war die fürchterliche Entscheidung gefallen. In die Pfingstfestfreude und das Pfingstlicht züngelten unheimliche Flammen hinein. Soll es zur äußersten Gefahr kommen? Werden Hunger, Elend, Not ins Land einziehen? Werden schwerste religiöse, innerliche Pflichten und Entscheide an ein durch Not gebrochenes Volk herantreten? Oder sollen wir vorher, noch zur rechten Stunde mit Gewalt in Notwehr das heilige Recht uns holen, wenn alle Verhandlungen scheitern? Da kniet von Mettenwyl nieder und betet. Es war ihm wohl wehe um das zerfallene Heiligtum. Er dachte weiter, tiefer! Ist diese Ruine dort wohl ein Symbol von Ruinen, die unser Land bedecken sollen? Soll der Kampf sich ganz besonders gegen Maria wenden? Mettenwyl versank in tieferes Gebet. Wie schön ist es, – wenn Männer beten! Während er so betete, sah er über der Felsplatte, wo die Ruine stand, einen Nebel aufsteigen und einen Lichtglanz hervorbrechen, der sich nach und nach in einen Strahlen-kranz verwandelte. Und in der Mitte dieser Strahlensonne sah Mettenwyl das Bild einer Jungfrau, rein und herrlich; auf den Armen trug sie das Kind. Mettenwyl war überrascht. Er weiß nicht, was er sich sagen soll. Er betet! Aber immer klarer stand das Bild. Und er begrüßte es: Du bist – Maria! Du bist die Morgenröte, die aufgehende – der Morgenstern – du bist immer der Ruhm Luzerns gewesen – du warst ja immer Schützerin und Helferin und Freude und Ehre unseres Volkes. In diesem Geiste ungefähr, wenn auch nicht mit diesen Worten, obwohl sie damals in Luzern nicht unbekannt waren, huldigte Mettenwyl – Maria. Er gewann die Mannesüberzeugung: Übernatürliches geschaut zu haben. Er behielt die Sache zunächst für sich. Wahrscheinlich hat er aber doch dem Pfarrer der Stadt am Pfingstmontag darüber Mitteilung gemacht.
Was ich jetzt erzählt habe, können wir urkundlich belegen. Wir besitzen durchaus beglaubigte Abschriften einer Urkunde, deren Original noch bis in späte Zeiten vorhanden war, bis Abschriften und Abdrucke sich gemehrt hatten. Sie stammt eigentlich von Mauritz von Mettenwyl selbst. Sein Sohn nämlich, der spätere Stadtschreiber von Luzern, hat die Urkunde über die Erscheinung im Auftrag seines Vaters verfaßt. Diese ausführliche Urkunde hing später in der neugebauten Kapelle auf dem Wesemlin, von der wir noch sprechen werden, ja noch lange Zeit in der noch später erbauten Kapuzinerkirche. Der berühmte Stadtschreiber Renward Cysat hat zu seiner Zeit davon an Ort und Stelle eine Abschrift genommen, das Wichtigste der Urkunde zusammenfassend, und seinen Sammlungen einverleibt. Auch er hat die Vision von Mettenwyl als geschichtliche Tatsache sowohl in jenen Sammlungen als in seiner Wallfahrtsgeschichte hingestellt, obwohl er sonst recht kritisch über Außerordentliches urteilt.

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Zu wissen (sei) und offenbar sei allen christgläubigen Menschen, daß eine lange uralte Zeit her auf diesem Platz und einem Stein oder Felsen ein kleines Käppelein mit trockener Mauer darauf gebauen, und darinnen ein Bild Unserer Lieben Frauen gestanden ist, derselben Bildnis etliche wenig geachtet, noch keine Ehre angetan, also daß solche Kapelle dachlos halb, auch durch Übermütige und Verschmähungspersonen unseres alten, wahren unbezweifelten christlichen Glaubens zerschlagen und verachtet worden. Deshalb so ist auf selbigem Platz allhie am hl. Pfingsttag um die neunte Stunde nachmittags, als man zählte von der Geburt Jesu Christi tausend fünfhundert und dreiß Jahr und eines, an dem Himmel, klar, lauter und heiter, Unsre Liebe Frau, die würdige Mutter Gottes Maria, mit ihrem lieben Kindlein wahrhaftig gesehen worden. Und darnach morndrigs am Montag Nacht zwischen der neunten und zehnten Stunde ist sie abermals gesehen worden mit ihrem lb. Kindlein, auf dem rechten Arm sitzend, die Sonne hinter ihr, den Mond unter ihren Füßen, klar scheinend als wie Gold und dazu zwei Engel oben herab fliegend mit einer spitzigen Krone, ihr dieselbige aufgesetzt. Solches Gesicht hat gewahret eine Viertelstunde lang. Und darnach am dritten Tage, da kam herauf viel Volk erwartend und hoffend, solches an der dritten Nacht auch erscheinen sollte und sie es sehen möchten. Da ist ihnen nichts mehr erschienen.
Solche Gesicht im obgemeldeten Jahr und Tag habe ich Mauritz von Mettenwyl, derzeit Stadtschreiber zu Luzern, mit meinen sündlichen Augen auch wahrhaftig gesehen.


Im Schlosse Schauensee oberhalb Kriens befindet sich ein prächtiges Gemälde, welches die Erscheinung vor Mauritz von Mettenwyl darstellt. Das Gemälde stammt zwar aus dem siebzehnten Jahrhundert. Aber ein genaues fachmännisches, kunstkritisch archäologisches Urteil geht dahin: das Gemälde sei die Kopie eines Originals aus dem sechzehnten Jahrhundert. Stil und namentlich die Begleitgaben im Ölgemälde lassen sich nicht aus dem siebzehnten Jahrhundert erklären. Vor dem Visionsbild kniet in der Mitte ein starker, geharnischter Mann. Ein Spruchband verkündet dessen Namen: J. Mauritz von Mettenwyl, des Rats und Spitalherr. Eine alles krönende Rahmenschrift kündet: „Factum auf Heilig Pfingsttag 1531 um neun Uhren zu Nacht." So tritt dieses eigenartige gemalte Zeugnis zum geschriebenen.
Doch kehren wir nochmals zurück zu Mauritz von Mettenwyl. Wenn jemand etwas Heiliges, etwas tief seelisch Ergreifendes an irgendeinem Ort erlebt hat, so wird ihm auch dieser Ort heilig, und er spricht wohl mit Jakob dem Patriarchen: Hier ist das Haus Gottes, hier ist die Pforte des Himmels! So begab sich denn auch Mettenwyl am Pfingstmontag abends wieder an dieselbe Stätte. Es war auch während des Tages einiges Volk zur Kapellenruine gekommen. Am Abend aber waren nur wenige geblieben. Mitglieder der Familie begleiteten ihn; ganz sicher ist es, daß sein gleichnamiger Sohn Mauritz, der spätere Stadtschreiber, zugegen war. Mettenwyl dachte: Wenn der Himmel mir ein Zeichen gibt, muß ich es betend ehren, betend zu deuten versuchen. Und so treffen wir wieder auf dem Wesemlin einen betenden Mann. Nochmals! Wie schön ist ein betender Mann! Wie schön ist ein betender Vaterlandsfreund, ein betender vaterländischer Religionsfreund, ein Ringender mit Gott, wie einst Jakob, der Patriarch! Auf einmal zeigten sich wieder aufsteigende leuchtende Nebel. Wieder bildete sich der sonnenähnliche Strahlenkranz. Wieder trat ihm, herrlicher noch als am Pfingstsonntag, das Bild der Gottesmutter entgegen, wie sie das Jesuskind auf dem rechten Arme trug. Unter ihren Füßen hatte sich ein gebogener Strahl gezeigt, ähnlich der Mondsichel. Zwei Engel aber krönten gleichsam feierlich Maria. Die Überlieferung meldet: diese Vision dauerte eine volle Viertelstunde. Die ganze Erscheinung leuchtete und glühte in lauterem Goldglanz. Sie glich der apokalyptischen Vision der Kirche und Marias: dem Weib mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen (Apok. 12).
Jetzt war jeder Zweifel dahin. Jetzt sagte sich Mettenwyl: Die Übernatur hat eingegriffen, die göttliche Hand hat mir ein Zeichen gegeben: Maria, die großmächtige Fürbitterin – wird durch ihr göttliches Kind uns helfen! Morgenröte leuchtet! Ich erinnere nochmals an die urkundliche Bezeugung – auch beider Erscheinungen!
Wir kennen die Bedeutung des Wunders. Auch im Leben Jesu erblicken wir die Wunder. Wie die Alpen durch das Schweizerland ziehen und der Landschaft das Gepräge geben, so ziehen die Wunder durch das Leben Jesu: alpenhaft herrlich! Sie geben auch der geistigen Landschaft des Lebens und Wirkens Jesu ein eigenartiges Gepräge. Diese Wunder Jesu sind sichtbare, geschichtliche Tatsachen, die neben der Natur stehen. Die Wunder Jesu sind Tatsachen, die hoch über der Natur stehen, die unermeßlich die Naturgesetze überragen. Die Wunder Jesu wollen keinewegs die allgemeinen Naturgesetze aufheben, zerstören. Sie bereichern eher die Welt. Als Jesus auf dem See Genesareth plötzlich den wütenden Sturm mit seinem Befehl aus eigener Kraft stillte, vollzogen sich auf der ganzen übrigen Welt die Gesetze der Winde, die Gesetze des Wellenschlags nach dem gewohnten Verlauf der Natur. Aber Jesus hat ab und zu Wirkungen in die Welt gesetzt, die neben und hoch über der Natur stehen, als Gottesgesandter und aus eigener Kraft, als ewiger Gottessohn.
Diese Wunder Jesu sind mit dem Leben Jesu, diese Wunder sind mit der Lehre Jesu, mit der ganzen Offenbarung Jesu, mit dem ganzen Werke Jesu innigst geeint, wie die Alpen mit unserer Landschaft, wie die Nerven mit dem Gehirn, wie die Adern mit dem Herzen. Alles gestaltet sich zu einem unvergleichlichen Ganzen aus. Und wiederum vereinigen sich diese Wunder Jesu aus eigener Kraft mit jenen gewaltigen Worten und Selbstzeugnissen Jesu: „Ich bin die Wahrheit – Ich bin das Leben – Ich bin der Weg – Ehe denn Abraham ward, bin ich – Ich und der Vater sind eins" (Joh. 14,6; 8,58; 10,30). Noch einen Zug dürfen wir an den Wundern Jesu nicht übersehen: alle Wunder Jesu leuchten in einer reinen, heiligen Absichtswelt wie die Firnen im Morgenlicht und im Alpenglühen. Nie hat Jesus Wunder gewirkt nur für die Neugierde, wie für die Schaulust oder bloß zur irdischen Freude. Alle Wunder Jesu sind gewirkt zu einem heiligen, religiösen Zweck, in der Glaubensschule, zu sittlichen Zwecken oder im Lichte rettender irdischer und überidischer Barmherzigkeit. Nun aber hat Jesus verheißen, daß auch im Laufe der Kirchengeschichte, in der Geschichte seines Reiches, Wunder hervorbrechen werden. Etwas Ähnliches wie die Wunder sind auch die Visionen, besonders die äußeren, wenn sie sicher und fest beglaubigt sind. Auch diese können uns verkünden: Gott hat gesprochen – Gott hat ein Zeichen gegeben – Gott will helfen! Gewiß stellt die Kiche solche Visionen, wie die Erscheinung vor Mettenwyl, nicht als Glaubensatz, nicht als Dogma hin. Aber ein anderer Gedanke klopft an: Wenn Gott ein greifbares Zeichen seiner Vorsehung gibt und wenn nüchterne Männer, die das Geschehnis und Geheimnis erlebt haben, es anerkennen und bezeugen, so wäre es töricht, ja es wäre vermessen, dies im vorneherein einfach abzulehnen. Ich betone nochmals den großen Unterschied zwischen den das Höchste des Evangeliums und des Lebens Jesu tragenden Wundern und einzelnen Visionen im Laufe der Jahrhunderte. Aber eine Ablehnug im vorneherein, ein grundsätzliches Ablehnen solcher Offenbarungen könnte sich doch zum Fehler, ja zur Sünde gegenüber der Tugend der Religiosität ausgestalten, eine gewisse Verwegenheit Gott gegenüber in sich bergen, auch wenn es sich nicht um Glaubenssätze, nicht um Glaubenstatsachen handelt. Es herrscht also große Freiheit auf diesem Gebiete. Aber sie muß sich mit edler Besonnenheit verbinden. Wer freilich die Möglichkeit von Wundern im Laufe der Kirchengeschichte bestreiten würde, verstieße gegen ein unfehlbares Wort Jesu selbst.
Und nun möchte ich euch einladen, das Geschehnis und Geheimnis von Pfingsten 1531 im Lichte höherer göttlicher Absichtswelt zu betrachten. In all dem Wunderbaren begegnet sich ein dreifaches Göttliches: Allmacht – Weisheit – und Liebe. Nun können wir auch den heiligen Zweck und die heilige Absicht des Geschehnisses vom Wesemlin an dem Pfingstabend 1531 einigermaßen erfassen. Auf der einen Seite: gewaltige Gefahren für den Glauben, gewaltige Gefahren für den Mariendienst, gewaltige Gefahren für das Ganze der katholischen Religion, für den unzerreißbaren Zusammenhang: Gott – Christus – Kirche, gewaltige Gefahren für das engere Vaterland; auf der andern Seite: Führer und Volk, die alpenhaft fest zu diesem Glauben stehen wollen, die ihren Innenbesitz nicht preisgeben.
Doch mitten in diese Gesinnungen und Stimmungen: drohende Gewalt – Aushungerung des Volkes – Not und Elend – und das Menschliche eines gebrochenen Volkes!
Das alles war dem betenden Mauritz von Mettenwyl tief bewußt.
Fügt sich nun hier nicht überwältigend schön und fruchtbar ein Gotteszeichen, wie oft in der heiligen Geschichte?
Hat es Mettenwyl nicht richtig gedeutet?
Maria leuchtet uns zum Siege, sie, die Morgenröte, der Morgenstern!
Nicht die Ruine der alten Kapelle ist Sinnbild der Zukunft.
Maria von den Engeln gekrönt ist das Zeichen am Himmel! Durch Maria zu Jesus! Sie hilft durch ihr göttliches Kind. Schlimmste, schwere Fragen werden gelöst werden. Das Volk wird feststehen im heiligen katholischen Glauben: conformati crescentes, fructificantes in omni patientia, gekräftigt durch die Macht Gottes, wachsend, fruchtbringend in aller Geduld – wie es der Apostel kündet (Kol. 1,9– 14). Und da der Sturm sich besonders auch gegen Maria und den Mariendienst wandte und der Bildersturm schon ihr kleines Heiligtum bereits verwüstet hatte, gewinnt ihr Erscheinen pragmatische Bedeutung. Sie ward am Pfingsttag nach der düsteren Kunde der Pfingstvigil – Abendstern. Sie ward Morgenröte, Morgenstern. Die Vision vom Wesemlin ist nicht Neugierdestück, das Geschehnis auf dem Wesemlin ist nicht eine unsichere Legende, das Geschehnis über der zerstörten Kapelle ist kein frommes Spiel erregter Einbildungskraft. Es ist ein Geschehnis und Geheimnis, das die Kennzeichen der Allmacht, Weisheit und Liebe Gottes in sich birgt. Dazu tritt die schon betrachtete irdisch-geschichtliche Bezeugung.
Nun war es auch Pflicht von Mettenwyl: das Werk Gottes allseitig zu offenbaren (Buch Tobias 12,7).
Doch tritt uns dabei ein Umstand entgegen, der für die Beurteilung des ganzen geschichtlichen Zeugnisses geradezu kostbar ist.
Am dritten Abend, am Pfingstdienstag, strömte eine gewaltige Volksmenge auf dem Wesemlin zusammen. Man betete und wachte und wartete bis in die Nacht hinein. Aber nicht die leiseste Spur einer Erscheinung zeigte sich. Niemand behauptete auch, irgend etwas Bedeutsames erlebt zu haben. So berichten auch urkundliche Überlieferungen. Spricht nicht ebendiese Nüchternheit der Berichte für deren Zuverlässigkeit auch hinsichtlich des Übernatürlichen? Und was noch mehr ist – für göttliches Walten und Wirken? Hat Gott seine Werkzeuge, die Träger seiner Pläne einmal gewählt, so läßt er alles gerne durch sie unter seinem Walten den Zielen entgegenführen. Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Gepränge unter der Schaulust der Menge (Lk. 17,20.21). Gewiß waren viele aus reinster Absicht zur heiligen Stätte geeilt. Aber schon Stadtschreiber Renward Cysat sieht in der Möglichkeit sich einmischender Schaulust und Neugierde einen Grund für das Ausbleiben der Offenbarung. Das ist echt biblisch gedacht. Was spricht der Herr beim Propheten Isaias? „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege, sondern so hoch der Himmel über der Erde, so hoch sind meine Gedanken über euren Gedanken und meine Wege über euren Wegen" (Is. 55,8.9).
Ja, die Wege Gottes leuchteten aus den Erscheinungen vor Mauritz von Mettenwyl. Nicht wahr? Marias Erscheinung und Gruß war der leuchtende Abendstern, als die hohen Pfingsstage in das Dunkel der Nacht und der Zeit versanken. Aber dieser Abendstern sollte als Morgenstern einer neuen Zeit aufgehen. Den Gemütern der Führer und des Volkes war das Geschehnis und Geheimnis von Pfingsten 1531 Morgenröte des Hoffens, Betens und Wirkens.
Wir haben die Vorstufe des Geschehnisses betrachtet. Wir haben das Geschehnis und Geheimnis zu erfassen gesucht. Es ist in den Teppich der göttlichen Vorsehung eingewoben!
Suchen wir nun die Ausstrahlung des Geschehnisses zu erfassen. Die erste nächste Ausstrahlung war die feste Überzeugung Luzerns: Maria schützt uns. Ave Maris stella, Dei Mater alma – Ave, Stern der Meere, Gottesmutter hehre! Das Meer geht hoch. Maria Helferin der Christen: du wirst uns schirmen!
Die zweite Ausstrahlung ist eine Geschichtsentwicklung. Wir müssen dabei alles wieder im Lichte der damaligen Zeiten betrachten. Es wurde Oktober. Der Winter nahte. Die Vorräte waren versiegt. Da sagten sich die Führer Luzerns und der Urkantone: Wir müssen das Volk retten. Wer das Seinige tut, dem hilft Gott. Sie versuchten Verhandlungen. Sie scheiterten. Da riefen sie zum Gebete auf. Und es ist rührend zu lesen, wie nicht nur die Priester, sondern auch die Laien beharrlich beteten, wie das Volk sich große Gebetslasten auferlegte. Aus allen Gegenden des Landes sandte man ehrwürdige fromme Witwen nach Einsiedeln, damit sie in der Gnadenkapelle abwechselnd ein Dauergebet entfalteten, tagelang, bis die Dinge sich zum Bessern wenden würden. Dann beschlossen die Männer der Ur- und Altschweiz den zweiten Kappelerkrieg. – Wir wissen, daß wir in der Schweiz vor allem berufen sind, für den Völkerfrieden zu arbeiten. Doch sollen wir auch die Dinge und Verhältnisse der Vergangenheit von 1531 aus den damaligen Zuständen heraus beurteilen lernen. Sie lagen so: Höchste Hungersnotgefahr, höchste Glaubensgefahr; Scheitern aller Friedensverhandlungen; fester Wille, der neuen Lehre keine Gasse zu öffnen! Man wollte aber auch nicht ohne Notwendigkeit erst einem durch Hunger und Elend gebrochenen Volke höchstes religiöses Heldentum zumuten. Bruderkrieg ist herzzerreißend. Aber die Gegner wollten den Frieden nicht. Und nur um Schlimmstes abzuwenden, um Höchstes zu erringen, griff man aus Notwehr zu den Waffen.
Die Katholiken siegten bei Kappel und am Gubel am 11. Oktober 1531 und in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober unter eigenartigen Umständen. Es ward Friede geschlossen – zur vollen Freiheit des katholischen Glaubens in Luzern und in der Ur- und Altschweiz und zur teilweisen in den Vogteien. Unter Katholiken und Gegnern wollte man im Volke die Friedenstaube über den Abteilungen des katholischen Heeres schweben gesehen haben. Sei dem, wie ihm wolle. Eines ist sicher: die aufgehende Morgenröte Marias hat den katholischen Glauben geschützt.
Und eine dritte Ausstrahlung! Mettenwyl sagte sich wie einst Jakob, der Patriarch: Wo ein heiliger Ort ist, gleichsam eine geöffnete Pforte des Himmels, wo ein Geschehnis und Geheimnis sich vollzog, das heilige Rettung brachte, da muß Gott und der Lieben Frau vom Wesemlin und für das Volk ein Denkmal errichet werden, ein – Gebetsort. Die Tat der Mutter Gottes darf nicht vergessen werden. Wie Jakob den Stein salbte, auf dem er sein Haupt gelegt und in der Nacht die Offenbarung empfangen hatte, so beschloß Mettenwyl, aus eigener Kraft und mit etwelcher Unterstützung der Regierung eine neue würdige Kapelle zu bauen. Es war das der Gedanke eines Lebenswerkes, eines Zukunftwerkes. Es sollte Luzern verkünden: Maria ist deine Freundin, Maria ist deine Beschützerin: deine Morgenröte, dein Morgenstern, deine Ehre, deine Freude. Es freut mich, in diese gewaltigen Volksscharen den Gedanken Mettenwyls hineintragen zu können.
So entstand auch die Wesemlin-Wallfahrt zur Gnadenstätte, nicht etwa zur späteren Waldkapelle.
Es leuchtet noch eine Ausstrahlung! Es kam eine neue Zeit. Die Päpste hatten unter ungeheuren Schwierigkeiten in den Jahren 1545 bis 1563 das herrliche Konzil von Trient berufen: die Kirchenversammlung entfaltete sich großartig und fruchtbar. Von da aus brach die volle Erneuerung des kirchlichen Lebens hervor. Aus diesem Geiste heraus erstanden ganze Reihen von Heiligen und Päpsten der Erneuerung, Scharen von führenden Männern. Es ging durch die folgenden Jahrzehnte gleichsam eine Säulenstraße großer Erneuerer, erhabener Führer und Heiliger: ein Karl Borromäus, der die Gesetze Christi und der Kiche im flammenden Pfingstgeiste durchführte, ein Franz von Sales, der, im Geiste der Sanftmut Christi, katholischen Sinn und echte Laienfrömmigkeit mitten im Weltleben erweckte und Ungezählte zum heiligen Glauben zurückgewann; ein Ignatius von Loyola, in dessen Geist und Organisation sich das Wort Jesu erfüllte: „Ich bin gekommen, Feuer zu bringen auf diese Erde, und was will ich anderes, als daß es brenne", und der sein ganzes Werk unter den Schutz Marias, des Morgensternes, stellte; ein heiliger Philipp Neri mit seinem vorbildlichen Wirken unter der Jugend, ein heiliger Petrus Canisius, der Kirchenlehrer der Volksmassen und zugleich der weise Gelehrte. Es mangelt mir die Zeit, sie alle aufzuzählen. Einer dieser großen Männer kam auch in unser Land, der heilige Karl Borromäus, zuletzt als päpstlicher Legat. Er war voll des Eifers; er reformierte den Klerus, er reichte den edlen Seelsorgspriestern die helfende Hand. Er erfaßte mit aller Kraft das Laienapostolat; er unterhandelte mit den Regierungen. Es war wahrhaft ein Schauspiel vor Gott, den Engeln und den Menschen. Es entfaltete sich ein wunderbares Zusammenwirken der Kirche, des Klerus, der Laien, der Kirchenhierarchie und der staatlichen Macht. So geschah es, daß durch dieses Zusammenwirken die Jesuiten nach Luzern kamen mit ihrer Seelsorge, mit ihren marianischen Kongregationen, ganz besonders mit ihren Schulen für die werdenden Gebildeten. Sie kamen im Zeichen Mariens. Wiederum auf Anregung von Karl Borromäus wanderten die ehrwürdigen Väter Kapuziner in unser Land ein, mit ihrer herrlichen und fruchtbaren Volksseelsorge, mit ihrem Chorgebet, mit ihrem Aushilfsdienst nach allen Seiten und ihrem sozialen Sinn.
Nun geschah wieder etwas Überraschendes.
Die Tat der Mettenwyls brach gleichsam in neuer Fruchtbarkeit hervor. Wie seinerzeit der hervorragende Mauritz von Mettenwyl das Werkzeug Gottes wurde, so erstand jetzt aus der berühmten Familie der Pfyffer ein werktätiger Freund der Erneuerung katholischen Lebens: Junker Kaspar Pfyffer. Schier ungeheure Schwierigkeiten stellten sich seinen Plänen gegenüber. Pfyffer hegte den Gedanken: Das Heiligtum auf dem Wesemlin muß als Gnadenquelle behütet und fruchtbar neu für alle Zeit entfaltet werden. Es soll den Kapuzinern übergeben werden. Eine Kirche, ein lebendig wirkendes Kloster soll an der heiligen Stätte entstehen. Ich will mit dem Aufwand aller Kraft Stifter dieses Heiligtums werden – im Gottvertrauen! Wir dürfen nicht vergessen: als Mettenwyl die schöne Kapelle erbaut hatte, war das Wesemlin bereits ein viel besuchter Wallfahrtsort geworden, lange bevor die Kapuziner sich dort niederließen. Nach vielen Schwierigkeiten und Gegenströmungen entschied endlich der Rat in Sinn und Geist Kaspar Pfyffers: daß sich die Kapuziner auf dem Wesemlin niederlassen sollen. Die Ordensobern und Konvente der Kapuziner stimmten freudig zu. Wiederum war Maria der Morgenstern, die aufgehende Morgenröte. Nachdem der Grundstein und Eckstein gelegt waren, die Kirche und das Kloster gebaut, die Kirchweihe am 23. Oktober 1588 vollzogen war, fand der Einzug auf Ostern 1589 statt. Nun entfaltete sich der Orden an heiliger Stätte.
Ist das Zufall? Es ist nicht Zufall, es ist Fügung. Ist es nicht eigenartig, daß Kaspar Pfyffer, seine helfenden Freunde und die Regierung sich sagten: Dort, wo Maria als Freundin Luzerns sich offenbarte und wirkte, soll ein lebendiges Heiligtum werden von einem fortlebenden Orden behütet.
So wurde das Wesemlin ein Gebetsort. Auch das Chorgebet der Mönche und Stifte ist eine Weltmacht, und wir werden einst in der jenseitigen Welt erfahren, was das Chorgebet der Mönche und Stifte und was das Breviergebet der Priester im Namen der Kirche in der Welt gewirkt hat.
Und es ist die Stätte auf dem Wesemlin eine Stätte der Muttergottesfreundschaft. Maria mit dem Kinde weist hin auf Jesus. Durch Maria zu Jesus. Was könnte diese heilige Stätte erzählen über neugewordene und neu bestärkte und im Stillen sich entfaltende Marienfreundschaft. Das Wort des Magnifikat erfüllt sich hier im heiligen Geheimnis: „Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter" (Lk. 1,48).
Und das Heiligtum wurde bleibender Wallfahrtsort. Kranke, Arme, Betrübte, Sünder, Sünderinnen, Ringende, stille Beterinnen und Beter, heiligmäßige, hochstehende Menschen wanderten nach dem stillen Wallfahrtsort. Wir treffen unter den Wallfahrern nach dem Wesemlin den heiligen Laurentius von Brindisi, den auch in Luzern wundertätigen Markus von Aviano, den heiligen Bettler Benedikt Labre. In späteren Tagen sehen wir P. Anastasius Hartmann, den späteren heiligmäßigen Bischof, nach dem Wesemlin wallfahren. Wir begegnen auf dem Wesemlin dem berühmten sozial wirkenden P. Theodosius Florentini. Wir begegnen ebendort noch früher dem theologischen Luzerner Dreigestirn: Widmer, Geiger und Gügler. Wir sehen bei gewissen Anlässen und im Stillen Bischöfe und Kardinäle hinaufziehen. Das Wesemlin ist nicht eine berühmte Wallfahrtsstätte mit großen Wallfahrtszügen: es ist ein stiller, bescheidener Ort, wo man gerne allein betet, wo man intim ist mit der Gottesmutter und mit ihr stille zu Jesus geht. Das ist seine Eigenart. Wallfahrtsort mit gewaltigen Zügen der Wallfahrenden aus aller Welt haben ihre große und fruchtbare Bedeutung. Wie aber Gott in der Natur die Alpen geschaffen hat, aber auch stille Orte von eigenartiger Schönheit schuf, so hielt er es auch im Reich der Übernatur! Weil die Wesemlin-Kapuzinerkirche eine Wallfahrtskirche ist, erhielt sie auch reicheren Schmuck, als es sonst den Kirchen dieses Ordens entspricht. Später erlaubte Papst Klemens VIII. ausdrücklich 1594 die Pracht des Gotteshauses und schützte sie. In neuester Zeit wanderte auch das Gnadenbild vom Chorbogen in den herrlichen Hauptaltar zurück.

DAS GROSSE GEBET DER EIDGENOSSEN

In ihrer Not nahmen die Eidgenossen ihre Zuflucht zu Gott und seinen Heiligen. Nun lebte um das Jahr 1531 im Ranft bei Sachseln eine hochbetagte Klausnerin, Cäcilia Bergmann; eine gotterfüllte, erleuchtete Person, die den heiligen Bruder Klaus noch gekannt und von ihm Anweisungen zum Eremitenleben erhalten hatte. Um ihren Rat gefragt, riet sie den Innerschweizern, mit der Waffe ihr gutes Recht zu erfechten, die Mutter Gottes werde ihnen beistehen.
„Sie hat die fünf Orte ermahnt (Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug), daß sie die Furcht Gottes für sich nehmen und treulich anrufen, denn er wolle erbeten sein. Darauf haben geordnet die fünf Orte in ihrem Land und Lager, daß ein jeder Mensch, sei er jung oder alt, so man am Morgen zum Gebete läutet, mit ausgespannten Armen solle sprechen fünf Paternoster und fünf Ave und den Glauben, desgleichen zu Mittag und Nacht, in der Messe zweimal und ebenso oft, wenn sie ratschlagen in der Gemeinde." Auch wurden Bittgänge und Wallfahrten in Bußkleidern und barfuß abgehalten und das sogenannte GROSSE GEBET angeordnet, das teils stehend, kniend, zur Erde geneigt, teils mit ausgebreiteten Armen oder gefalteten Händen zu verrichten war und stundenlang dauerte. Um des göttlichen Schutzes und der Fürbitte der seligsten Jungfrau umso sicherer zu sein, wurden achtzehn Witwen aus den allerfrömmsten erwählt und nach Einsiedeln geschickt, um in der dortigen Gnadenkapelle, je wechselweise zu sechsen, Tag und Nacht bis zum Friedensschluß zu beten.
Dieser Geist der Gläubigkeit und des Gottvertrauens klingt aus der Klageschrift und Kriegserklärung, welche die katholischen Eidgenossen am 9. Oktober 1531 auf ihrem Tag (ihrer Tagsatzung) zu Brunnen geschrieben und gen Zürich geschickt haben. Sie schließt mit dem Satze: „Nachdem wir aber ehrenhalb nicht mehr fürkommen können und mögen, sondern solches Gott, seiner würdigen Mutter und allem Heer im Himmel und allen frommen Herzen auf dem Erdreich klagen müssen, so haben wir auf unsern Eid erkannt, daß wir Ursache, Fug und Recht haben, uns mit der Hand und Tat zu Recht zu verhelfen."
Dieser Geist des betenden Gottvertrauens erfüllte auch die Bewaffneten. Als man am 11. Oktober 1531 nach heiliger Messe und Imbiß in Zug sich aufmachte und gen Kappel in den Kampf zog, redete jeder Hauptmann zu seinen Leuten, sie sollen, so uns Gott den Sieg geben werde, nicht zu begierig über die Feinde sein, angesichts dessen, daß sie zuvor uns Eidgenossen waren, und so Gott will, wieder werden mögen. Darum hieß man männiglich niederknien und mit ausgespannten Armen fünf Pater und Ave in das Leiden unseres Herrn beten.
Als dann bei dieser Schlacht zu Kappel Hans Jauch von Uri und Rudolf Haas von Luzern ihre dreihundert tüchtigen Schützen und vierhundert schlagfertigen Krieger zum entscheidenden Vorstoß in einem Gehölz aufgestellt hatten, ermahnten sie sie, bis zum Angriffsbefehl zu beten.

Das Grosse Gebet der Eidgenossen
Ein sehr empfehlenswertes Buch: 208 Seiten, kart., bebildert.Preis: SFr. 12.—
Das «Große Gebet der Eidgenossen» ist ein Gebetsschatz von seltener Kostbarkeit, neu entdeckt und übersetzt in die Sprache unserer Zeit; es ist das Palladium der Eidgenossenschaft. Es ist ein Zeugnis des Glaubens, ein Sturzbach des Gottvertrauens, ein Notschrei aus tödlicher Umklammerung, ein Bittruf in allen großen Anliegen der Christenheit, eine Danksagung für Gottes Bundestreue, ein Jubellied voll Freude und Heimweh nach Gott, dem Allmächtigen, dem Schöpfer Himmels und der Erde. Es ist eine Mischung von Meditation und Gebet; die großen Geheimnisse der Schöpfung und Erlösung werden im Herzen erwogen und finden ihren Niederschlag in Danksagung und Gebet. Der hl. Bruder Klaus war von diesem Gebet so angetan, daß er sich eigenhändig eine Abschrift anfertigte.