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Montag, Februar 06, 2006

Gebete zu unserer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe

in verschiedenen Anliegen.

II. Teil des Heftchens dargestellt von Cordula Peregrina (C. Wöhler).
(I. Teil siehe hier!)

1. Gebet.

"An welchem Tage ich immer zu Dir rufe - erhöre mich!" (Psalm 137. V. 3.)

Zu Deinen Füßen, Du unsre liebe Frau von der immerwährenden Hilfe, kniet heut ein schwer bedrängtes, tief gebeugtes Menschenkind, - Dein Kind, o Maria, das in schwerer Noth nirgends Trost und Hilfe zu suchen weiß, als bei Dir! Ach, Menschen können mir nicht helfen, ihre Macht ist zu klein, ihr Arm zu kurz, ihre Liebe zu schwach! Und ich selber kann noch weniger mir helfen, "denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist betrübt in mir!" (Psalm 108. V. 22.)
"Es umgeben mich die Schmerzen des Todes, es treffen mich die Gefahren der Hölle, Trübsal und Schmerz fand ich!" (Psalm 114. V. 3.)
Zu wem also soll ich fliehen, wenn nicht zu Dir, o Maria, die mein Erlöser vom Kreuz herab noch in Seiner letzten Stunde mir als Mutter geschenkt? Und diese Mutter, sie trägt ja den süßen, den trostvollen, den glorreichen Namen der immerwährenden Hilfe!
O, nun athmet es neu auf, mein armes, schmerzgedrücktes Herz, denn diese Mutterschaft und dieser Muttername, sie bürgen mir für Hilfe und Erhörung selbst in den schwersten Nöthen der Seele und des Leibes.
Ja, es giebt keine Noth auf Erden, wo Du nicht helfen kannst und willst, denn nicht umsonst heißest Du die Mutter von der immerwährenden Hilfe, - bist Du doch die Mutter Dessen, Dem da gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, und der diese Seine allmächtige Gottesgewalt in dankbarster Sohnesliebe gleichsam Dir zur Verfügung stellt, in Deine Hände legt, und von Deiner milden Mutterfürbitte lenken und leiten läßt zu Gunsten all' Deiner bedrängten Kinder auf Erden! Und sollte denn ich das einzige sein, das nicht auf Deine Hilfe hoffen dürfte?
Wohl ist es wahr, - meine Sünden sind schwer und groß, und machen mich unwürdig der göttlichen Liebe und Deiner himmlischen Hilfe!
"Aber nimm mich an, da ich zerknirschten Herzens und gebeugten Geistes bin, denn ich folge Dir nun von ganzem Herzen, und liebe Dich, und suche Dein Angesicht, darum laß mich nicht zu Schanden werden, sondern hilf mir nach Deiner Güte, und nach der Fülle Deiner Barmherzigeit!" (Daniel 3. V. 39-42.)
Du bist ja nicht blos die Hilfe der Christen, sondern auch die Zuflucht der Sünder, und diese beiden Titel geben mir ein Anrecht auf Deine Barmherzigkeit und Muttermilde!
Darum auch ist mein Vertrauen auf Dich so groß und unerschütterlich, daß ich - ob auch umringt von allen Trübsalen des Lebens - dennoch im Hinblick auf Dich triumphirend rufen darf: "Berge mögen wanken, und Hügel zittern, - aber Deine Barmherzigkeit wird nicht von mir weichen, und der Bund Deines Friedens nicht erschüttert werden!" (Isaias 54. V. 10.)
Deine Hilfe hab' ich ja so oft schon erfahren, und auf Deine Hilfe hoffe ich auch jetzt wieder in dieser meiner schweren, großen Noth! (Hier nenne dieselbe!)
Zeit und Stunde mir zu helfen, überlasse ich Dir, o Mutter, und wenn Deine Stunde noch nicht gekommen sein sollte, so will ich warten in Hoffnung und Geduld; kommen wird sie wann es mir am besten ist, und desto schneller und gewisser, je geduldiger ich harre, und je gläubiger ich hoffe! Ich leg' mich rückhaltlos in Deine Mutterarme, o Maria, und erwarte von Deinem ewig treuen Mutterherzen mit vollster Zuversicht die Hilfe, das Heil und den Himmel. Amen.

So strahlt der Hoffnung Schimmer
Mir selbst im tiefsten Schmerz,
Hilft doch in Noth mir immer
Dein mildes Mutterherz!
Und sollt's nicht gleich geschehen,
So wart' ich voll Geduld,
Einst werd' gewiß dann sehen
Ich Hilfe, Heil und Huld!


2. Gebet.

"Schau' herab vom Himmel, und sieh' von Deiner heiligen und herrlichen Wohnung in Deinem Eifer und Deiner Kraft, in der Menge Deines Mitleids und Deiner Erbarmungen!" (Isaias 63. V. 15.)
Ja, sieh' herab, o Maria, vom Himmel, wie Du hier in Deinem lieben Bilde so mild und mütterlich auf Deine vor Dir knienden Kinder niederblickst! Sieh herab auf unser Elend, uns're Noth, uns're Armseligkeit und Niedrigkeit, und thue Großes an uns nach der Größe Deiner Macht und nach der Menge Deiner Erbarmungen!
Deinem Auge ist nicht verborgen was uns quält und fehlt, und Deinem Herzen ist nichts zu klein und nichts zu groß, daß es nicht für Alles Hilfe schaffen könnte!
Vor Allem sind es unsre Sünden, der Leichtsinn unsrer Jugend, die Tage die wir ohne Gott dahin gelebt, die traurige Zeit, wo wir Ihn nicht erkannt und geliebt, - was wie Centnerlast auf unser'm Herzen liegt! Ja, "unsre Missethat erkennen wir, und unsre Sünde ist vor uns allezeit!" (Psalm 50. V. 5.) so können auch wir mit dem königlichen Büßer seufzen, - und unsre erste Bitte an dich, o Maria, ist daher, uns Gnade und Vergebung von Deinem göttlichen Sohn zu erflehen, den Geist wahrer Buße, und Besserung, die ernstliche Umkehr auf den Weg des Heils!
Es ist ja wahr, daß eigentlich das einzige Unglück auf der Welt die Sünde ist, denn nur sie allein macht uns der Gnade Gottes, Deiner Liebe, o makellose Jungfrau und des ewigen Himmels verlustig, während alles and're Unglück, - und sei's auch noch so schwer und groß, - uns einst zum ewigen Glücke führen, und uns're ewige Glorie vergrößern wird!
Darum, o Mutter, erbitte uns bei Jesus Verzeihung für alle schon begangenen Sünden, und bewahre uns vor allen ferneren Sünden; das ist unser erstes und heißestes Flehen!

"Was schon gelebt wir haben,
Das deck' in Gnaden zu,
Was wir noch leben werden,
Leit' und regiere Du!"

Erwirke uns auch durch Deine allmächtige Fürbitte alle Gnaden und Gaben, die uns're Seele nöthig hat, um hier ein wahrhaft heiliges, Gott und Dir gefälliges Leben zu führen, und so unsre ewige Bestimmung, unser ewiges Heil im Jenseits zu erreichen!
Von zeitlichem Glück und irdischen Gütern erflehe, o geliebte Mutter, uns so viel, als es Gottes heiligster Wille ist, und wir ohne Schaden für uns're Seele besitzen mögen!
Bewahre uns stets vor allzu großer Anhänglichkeit an diese vergängliche Erde, und laß uns Dir nachstreben, o Maria, die Du nichts weiter geliebt, gesucht und gewollt hast, als Jesus und den Himmel!
Die Leiden, die uns drücken, die Sorgen, die uns quälen, wollst Du mit linder Hand uns leichter machen oder ganz abnehmen, wollest Deine wunderbare Hilfe auch an uns offenbaren, wie Du dies schon an so viel Tausenden gethan, uns aber in Geduld und Demuth stärken, wenn Du, - zu unserm Besten - mit dieser Deiner Hilfe noch verzögern solltest!
In Leben und Sterben erweise Dich uns als holde, heilende, hilfreiche Mutter; und laß das Band der Liebe, das Dich und uns zusammen knüpft, durch keine Macht der Welt und keine List des Teufels gebrochen werden, dann ist unser Heil gesichert und unser Herz beseligt für Zeit und Ewigkeit. Amen. -

Mit Deiner wunderbaren Milde
Bleib', Mutter, stets uns hilfreich nah',
Da fromm vor Deinem Gnadenbilde
Wir zu Dir flehn um Hilfe ja!
Mach' Deinen Namen nicht zu Schanden,
Der Heil und Hilfe uns verheißt,
Damit man Dich in allen Landen
Als Mutter steter Hilfe preis't!

3. Gebet.

"Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Ruhm!" (Jerem. 17. V. 14.)
Sieh hier, o Mutter von der immerwährenden Hilfe, das ärmste und unwürdigste Deiner Kinder, das ohne Dich so halt- und hilfslos dasteht wie ein Waisenkindlein ohne die wachsame Hut, das liebende Herz und die pflegende Hand der irdischen Mutter! Wenn Du, o Maria, jemals aufhören würdest, mich zu lieben, zu hüten und zu halten, - wahrlich, ich wäre ärmer d'ran, als das ärmste und verlassenste Waisenkind auf Erden!
Doch Gott sei gelobt! ich brauche dies nicht zu befürchten, denn Dein Herz übertrifft an Liebe die irdische Mutterliebe einer ganzen Welt!
Und Dein Mund, - wenn ich in stillem Sinnen Dein holdes Gnadenbild betrachte, - scheint mir das süße Wort zu sagen: "Ich will Euch trösten wie Einen seine Mutter tröstet, und Ihr sollt getröstet werden! Ihr werdet es sehen, und Euer Herz wird sich freuen!" (Isaias 66. V. 13. 14.)
Geliebte Mutter, ich glaube Deinem Worte, ich traue Deiner Liebe, ich hoffe auf Deine Hilfe, obschon jetzt mein Herz voll Traurigkeit ist, und mein Leben bedrückt von mancher schweren Noth!
Bald ist's der Mangel an täglichem Brot für mich und die Meinen, das Entbehren oft selbst des Nothwendigsten, was mein Herz mit Kummer und Sorge erfüllt!
Da blicke ich zu Dir, die Du einst den armen Brautleuten zu Kana den fehlenden Wein erfleht, und mit vollem Vertrauen flehe ich Dich an in jeder zeitlichen Bedrängniß:
"Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Trost!"
Bald sind's der Krankheit bitt're Wehen, die mich oder ein theures Glied meines Hauses befallen und auf das Schmerzenslager hinstrecken in thränendunklen Tagen und langen, bangen Nächten! Da wende ich mich zu Dir, die Mutter dessen, der während Seines Wandels auf Erden so viel' tausend Kranke gesund gemacht durch ein Wort Seines Mundes, eine Berührung Seiner Hand! Du, Seine Mutter, bist durch Ihn und aus Ihm nicht ärmer an Mitleid und Macht als Er, und darum fliehe ich zu Dir in meines Leibes Schmerzen und seufze: "Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Heil!"
Bald sind's Gefahren für die Seele, Versuchungen zur Sünde, die Lockungen der bösen Welt, die Fallstricke des Teufels, die mich verwirren und muthlos machen.
Ich fühle meine ganze Ohnmacht, aber ich blicke auf Dich, Du mächtige Jungfrau, Thurm David's, Zertreterin der alten Schlange, und rufe voll Vertrauen: "Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Schutz!"
Bald ist es die Furcht vor Tod und Gericht, die im Hinblick auf meine vielen Sünden und Gottes strafende Gerechtigkeit mich zittern macht. "Denn es ist kein Friede in meinen Gebeinen vor dem Anblick meiner Sünden, denn meine Missethaten haben mein Haupt überstiegen, gleich einer schweren Bürde lasten sie auf mir!" (Psalm 37. V. 4. 5.)
Mit so viel' Sünden belastet, wie könnte ich es wagen, vor dem Angesicht des ewigen Richters zu erscheinen, wenn der Tod mich plötzlich abriefe? Da fliehe ich zu Dir, Du Zuflucht der Sünder, die Du unter dem Kreuz Deines sterbenden Sohnes stehend dem reuigen Schächer das Paradies erfleht hast durch die stillen Liebesseufzer Deines schwertdurchbohrten Mutterherzens! Mein Bangen weicht, mein Hoffen neu erwacht, und voll Reue und Zerknirschung rufe ich zu Dir, o Mutter der Barmherzigkeit: "Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Schirm!"
So will ich denn in allen Aengsten meiner Seele, allen Sorgen meines Herzens, allen Leiden meines Lebens zu Dir meine Zuflucht nehmen, wie das hilflose, weinende Kind zur irdischen Mutter flieht, und an ihrem treuen Herzen Hilfe sucht und findet!
Und wenn einst das Licht dieses Lebens zur Neige geht, wenn die Schatten des Todes mein brechendes Auge umfloren, wenn ich wandern muß mitten durch's finstre Thal, und das dunkle Grab zu meinen Füßen sich aufthut, - dann nochmals will ich mit aller Kraft der Liebe und des Vertrauens Deinen süßesten Namen aussprechen, o Mutter von der immerwährenden Hilfe, und mit dem letzten Hauch meiner erblassenden Lippen zu Dir aufseuzen: "Hilf mir, so ist mir geholfen, denn Du bist mein Licht!" O führ' mich jetzt zum ew'gen Licht des Himmels! Amen.

O hilf, so ist geholfen mir
In allem Leid des Lebens!
Wer so vertrauend fleht zu Dir,
Hofft, Mutter, nie vergebens!
In aller Noth, ja, selbst im Tod
Wirst Du mir Hilf' verleihen,
D'rum will ich mich herzinniglich
Als treues Kind Dir weihen!

O hilf, so ist geholfen mir!
Ich ruf's bis an mein Ende,
Und weiche keinen Schritt von Dir,
Bis ich den Lauf vollende,
Bis Mutter Du mich wirst zur Ruh',
Der ew'gen Heimath bringen,
Da stimm ich dann ein Danklied an
Will ew'ges Lob Dir singen!

Litanei zu Ehren Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe.

Bittruf zu Uns'rer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe.

Wir fliehen zu Deinen Altären,
Von denen die Hilfe uns naht,
Wir halten es hoch stets in Ehren,
Dein Bild, das so reich ist an Gnad';
Ja, in den verzweifelsten Lagen,
Wenn jeglicher Trost uns gebricht,
Kannst Du uns, o Mutter, versagen
Die Hilfe, die endliche, nicht!

Chor:
D'rum rufen hier im Thränenthal
Wir Evaskinder allzumal,
So lange Leid und Leben währt,
Und banges Weh das Herz beschwert:
O Mutter, immer hilf!

Giebt's doch so viel' Nöthe auf Erden,
Daß Keiner wohl zählen sie kann,
Wie soll uns geholfen denn werden,
Nimmst Du uns'rer Noth nicht Dich an?
Siehst nicht selbst Dein Kind Du erblassen?
Trost sucht Es und Hilfe bei Dir!
Die Händchen, die kleinen, umfassen
So angstvoll die Mutterhand hier!

Chor:
Das Kind, Es hat das Kreuz erblickt,
Sein Herzlein bebt, Sein Geist erschrickt,
Es möcht' - wie einst am Oelberg - fleh'n,
"Könnt' dieser Kelch vorüber geh'n!"
O Mutter, immer hilf!

Und doch trug Dein Sohn ja tief innen
Die göttliche Kraft und Natur,
Was sollten wir aber beginnen,
Die Menschen, armselige, nur!
Wir müßten im Leide erliegen,
Verschmachten in Jammer und Schmerz
Wenn eng nicht wir dürften uns schmiegen
An Dein stets so hilfreiches Herz!

Chor:
Dein Kind hat's uns zuerst gezeigt,
Zur Mutterbrust das Haupt Es neigt
Im Mutterarm so gern Es ruht,
Da weiß Es sich in bester Hut:
O Mutter, immer hilf!

So wollen auch wir stets es machen,
So lang' dieses Leben noch währt, -
Dein Mutterherz mög' für uns wachen,
Damit nicht die Welt uns bethört;
Dein Mutterherz mög' uns verwalten
Die Güter der flüchtigen Zeit,
Es mög' uns in Unschuld erhalten,
Uns hüten in Lieb' und in Leid!

Chor:
D'rum schmiegen wir uns fromm und fest
Stets an Dein Herz, - dort sind auf's best'
Geborgen wir in Wohl und Weh,
Und flehn zu Dir, was auch gescheh', -
O Mutter, immer hilf!

In Krankheit, in Kummer und Schmerzen,
Da sei uns vor allem nicht fern,
Heil' mild die verwundeten Herzen,
Barmherzige Mutter des Herrn!
Und sollten von Allen verlassen
Wir einsam durch's Leben auch geh'n,
So mögen die Augen, die nassen,
In Dir uns're Zuflucht noch sehn!

Chor:
Bist Du mit uns, hat sich die Welt
Entgegen uns umsonst gestellt,
Und ob kein Herz sonst gut uns wär',
Mit Deiner Huld ist Nichts zu schwer.
O Mutter, immer hilf!

Wenn einst uns're Augen sich schließen,
So zeig' Dich dem brechenden Blick,
Komm' Du, unser'n Tod zu versüßen,
Führ' ein uns zum ewigen Glück!
Du warst unsre Hilfe hinieden
Du bleibst unser Trost noch im Tod,
Durch Dich wird uns alles beschieden,
Was zeitlich und ewig uns noth!

Chor:
Wenn wir nach dieses Lebens Weh'n
Dich dort auf Deinem Throne seh'n,
Dann singen wir in sel'ger Freud'
Von Ewigkeit zu Ewigkeit:
O Mutter, Dir sei Dank!

Das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe

I. seine Geschichte, II. seine Verehrung in Gebet und Lied
dargestellt von Cordula Peregrina (C. Wöhler.)

Unveränderte Wiedergabe des 1887 (unter dem Pontifikat Papst Leos XIII 1878-1903) beim Verlag von Franz Schemm, Nürnberg, erschienenen Heftchens.

I.
Geschichte des Gnadenbildes Uns'rer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe.


Kaum je ein Gnadenbild hat eine rührendere Geschichte aufzuweisen als das uns'rer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe, und kaum ein zweites auch wird sich wohl einer so allgemeinen Verbreitung und glühenden Verehrung erfreuen, wie eben dieses! Gieb's doch fast keine Kirche, keine Kapelle, kein Schloß und keine Hütte mehr, wo nicht das liebe Bild der Mutter von der immerwährenden Hilfe hängt, schön geschmückt und fromm verehrt von Reich und Arm, Vornehm und Nieder, Groß und Klein! Sogar mehrere Kirchen in Frankreich und Deutschland sind der Immerwährenden Hilfe zu Ehren erbaut worden, und besonders ging Oesterreich in ihrer Verehrung voran, indem von der Kirche Maria Stiegen zu Wien aus, durch Wort und Schrift der treuen Söhne Mariens, der ehrwürdigen Patres Redemptoristen die Herrlichkeit ihrer himmlischen Mutter unter dem Titel der "Immerwährenden Hilfe" in begeistertem Lobpreis in alle Welt hinaus verkündet wurde.
Im Jahre 1870 war die Andacht des katholischen Volkes zu dieser Gnadenmutter schon eine so allgemeine, daß 60,000 kleine und 4000 große Bilder, genau nach dem Gnadenbilde zu Rom angefertigt und schön in Farben auf Goldgrund ausgeführt - von Wien aus in allen Himmelsgegenden verbreitet waren, und eine ebenso große Anzahl neuerdings in Angriff genommen werden mußte, denn selbst der Aermste wollte der immerwährenden Hilfe der Christen einen Ehrenplatz in seinem Hüttchen bereiten, und vor ihrem Bilde hilfesuchend und hilfehoffend alles Elend seines Lebens niederlegen!
Wenigen war es vergönnt, sie in dem ihr geweihten Heiligthum zu Rom zu besuchen, aber Jeder wollte wenigstens im Nachbild sie unter seinem Dach beherbergen, auf dem kleinen Hausaltärchen ihr huldigen, und während dort das Auge mit frommer Rührung an dem milden Mutterantlitz hing, die Hand den Rosenkranz hielt, und der Mund ein inbrünstiges Ave nach dem andern sprach, schwang sich die gläubige Seele hin zum wahren Gnadenbilde de Perpetuo Succursu in der ewigen Hügelstadt, oder noch weiter, höher hinauf - bis zu den Stufen des Gnadenthrones, von dem die glorreiche Himmelskönigin da droben auf all' ihre im Thal der Thränen wallenden und weinenden Kinder mit mildem Muttersegen niederblickt. -
Die Geschichte des weltberühmten Gnadenbildes ist in kurzen Worten folgende:
Bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde es auf der Insel Creta (heute Candia) schon als wunderthätiges verehrt. Einem sehr reichen, gottesfürchtigen Kaufmann gelang es jedoch, dies Bild in seinen Besitz zu bringen, und überglücklich ob des neuen kostbaren Schatzes, schiffte er sich nach Italien ein. Unterwes aber erhob sich ein heftiger Sturm, und bald schien Alles verloren, der Untergang des Schiffes und der Tod der Mannschaft in den schäumenden Wogen gewiß! Da knieten Alle in brünstigem Flehen um das Bild der Gnadenmutter nieder, welches der Kaufmann in dieser großen Noth hervor holte, und sieh! sogleich schwiegen Sturm und Wogen, die schwarze Nacht der Wolken lichtete sich, "und es ward eine große Stille!" wie es in der hl. Schrift heißt, bei jener Seefahrt, wo der göttliche Heiland Wind und Wellen gebot: "Schweigt und verstummet!" (Markus 4. V. 39.)
Maria, der hellleuchtende Meeresstern, wie die Kirche sie nennt, hatte hier dasselbe gethan, und glücklich landete da Schiff im Hafen zu Ostia.
Der Kaufmann kam mit seinem theuren Bilde zunächst nach Rom, erkrankte aber dortselbst im Hause eines Gastfreundes, und sah bald sein Ende nahen. Seine letzte Sorge galt dem Gnadenbilde, und er beschwor seinen Freund, dasselbe sogleich nach seinem Tode in einer der vielen Kirchen Roms zur öffentlichen Verehrung zu bringen. So starb er mit einem letzten frommen Aufblick zur lieben Gnadenmutter.
Obschon aber der Freund ihm Alles versprochen hatte, hielt er - mißleitet von den üblen Rathschlägen seiner Frau, die das schöne Bild nicht aus dem Hause lassen wollte, - nicht Wort.
Dreimal erschien ihm Maria im Traum und verkündete ihm die Strafgerichte Gottes, wenn er noch länger warte mit der Erfüllung seines Versprechens. Da er aber - bethört von seinem Weibe - trotzdem zögerte, so erschien ihm Maria zum vierten Male, und kündete ihm als gerechte Strafe des Himmels den Tod an, der auch in kürzester Zeit erfolgte.
Dieser erschütternde Fall jedoch reichte noch nicht hin, das Herz der verblendeten Frau zu bekehren; immer noch behielt sie das Bild, bis eines Tag's ihr kleines unschuldiges Töchterlein athemlos auf sie zueilte, mit der Ankündigung, sie habe soeben eine wunderbar schöne, strahlende Frau gesehen, und diese habe ihr geboten: "Kind, geh' sogleich zu Deiner Mutter, und sage ihr: Uns're liebe Frau von der immerwährenden Hilfe will in einer Kirche verehrt sein!"
Diese Botschaft, zugleich mit noch einer wunderbaren Begebenheit, brach endlich den harten und verkehrten Sinn der unglücklichen Frau. Reuig erkannte und bekannte sie ihre Schuld, und entschloß sich sofort, das so lang zurückbehaltene Bild heraus zu geben. Nochmals erschien Maria dem schuldlosen Kinde und offenbarte ihm, in welcher Kirche Roms sie ihren Thronsitz aufschlagen wolle; - es war die des hl. Matthäus, welche damals unter der Obhut der Augustiner-Eremiten stand, und diese nahmen nun mit Freuden den neuen kostbaren Schatz in Empfang.
Am 27. März 1499 zog durch die Straßen Roms eine ungeheure Menge Volks in ebenso andächtiger als glanz- und prachtvoller Prozession, um mit Gebet, Gesang, Rührungsthränen und Jubelrufen das neue Gnadenbild in jene Kirche zu geleiten, die Maria selber sich als Heiligthum auserkoren. Bei dieser Prozession geschah das erste Wunder, - eine gelähmte Frau wurde durch Anrührung des Bildes sofort geheilt, und so bestieg Maria als von Allen gepriesene Wunderthäterin ihren Thron auf dem Hochaltar der Kirche S. Matteo, die nun bald so besucht und weltberühmt wurde, daß sie drei Jahrhunderte lang der Sammelplatz gläubiger Pilger aus allen Landen blieb. Zahlreiche Wunder geschahen daselbst, und die damaligen Geschichtsschreiber wetteiferten, die Herrlichkeit und Mutterhuld der "überaus wunderthätigen Madonna" zu S. Matteo - aller Welt zu künden. -
Doch diesen gesegneten Zeiten sollten höchst traurige folgen! Als zu Anfang unsers Jahrhunderts Unglaube und Gottlosigkeit sich an das Werk der Hölle machten, die geweihten Tempel Mariens zu berauben oder ganz zu zerstören, sank auch die alte, weltberührmte Kirche auf dem Esquilin; aus strategischen Gründen so hieß es! - müsse sie abgetragen werden, und schon in wenig Tagen sah man keinen Stein mehr vom alten Prachtbau!
Wohin aber kam nun das wunderthätige Madonnenbild?
"Nimm das Kind und seine Mutter, und fliehe nach Egypten, und bleibe allda, bis ich's Dir sage!" (Matth. 2. V. 13.)
Wie so einst der Engel des Herrn zu Josef im Traum gesprochen, mochte es ähnlich - auf göttliche Eingebung -in's Herz eines frommen und treuen Marienverehrers geklungen sein in jenen Schreckenstagen, denn das Gnadenbild wurde heimlich geflüchtet und heilig verborgen gehalten, bis das Wüthen des grausamen Herodes ein Ende nehmen würde. Die Flucht geschah in so großer Stille und Verborgenheit, daß Keiner eine Ahnung hatte, wohin das Bild gekommen, es schien wie spurlos vom Erdboden verschwunden! Aber tausende frommer Herzen weinten ihm wehmuthsvoll nach wie verweiste Kinder der geliebten, treuen Mutter, und das römische Volk fühlte sein Heimweh nach der entschwundenen, einst so hilfreichen Madonna von Jahr zu Jahr wachsen. Die verschiedentlichsten Nachforschungen wurden angestellt; von der Kanzel herab forderten eifrige Priester die Schaar der Gläubigen auf, nicht zu ruhen, bis die so schmerzlich vermißte Mutter von der immerwährenden Hilfe gefunden und neuerdings der allgemeinen Verehrung übergeben sei.
Es ging eine Bewegung durch ganz Rom, und die Herzen der treuen Kinder Mariens seufzten so inbrünstig der Wiederkunft ihrer himmlischen Mutter entgegen, wie einst die frommen Väter der Vorzeit der Ankunft des göttlichen Sohnes in dem ergreifenden Sehnsuchtsruf: "Thauet, Himmel, aus der Höhe, und Wolken regnet den Gerechten! Erde, öffne Dich, und sprosse den Heiland hervor!" (Isaias 45. V. 8.)
Sollte das Herz der Mutter sich nicht endlich erweichen und zur Heimkehr zu ihren treuen Kindern bewegen lassen?
Das so spurlos verschwundene Bild befand sich indessen wohlbehalten im Kloster von Sancta Maria zu Posterula, wohin ein alter frommer Klosterbruder, Namens Orsetti, der noch im Kloster von S. Matteo die Gelübde abgelegt, es heimlich gerettet hatte. Zu Posterula nun wurde es von den dahin gezogenen Augustinern im Innern ihrer schlichten Klosterkapelle in aller Stille verehrt, ganz vorzüglich vom alten Frater Orsetti, der allen Trost, - besonders in seinen letzten Lebensjahren, wo er fast vollständig erblindet war - bei dieser seiner himmlischen Muttter suchte und fand.
Orsetti hatte einen jungen Freund, (den nachherigen Redemtoristen-Pater Marchi), welchen er oft zu diesem Bilde führte, ihm von den glorreichen Zeiten seiner Verehrung in der Kirche von S. Matteo, und von den zahllosen Wundern, die daselbst geschehen, erzählte, und ihm mehr als einmal mit unbeschreiblich ergreifendem Ernst einprägte, er solle das heilige Bild nicht vergessen, und sich stets daran erinnern, daß eben dieses die wunderthätige Madonna von S. Matteo sei!
Damals mochte der Knabe, kaum noch Jüngling, die eindringlichen Worte des greisen Klosterbruders kaum recht geachtet und zu Herzen genommen haben, ja, im Lauf der Zeit schienen sie sogar gänzlich von ihm vergessen!
Als er aber später Redemptorist geworden, und nun eines Tages in der Klostergemeinde die Rede auf das entschwundene Bild unsrer lieben Frau von S. Matteo kam, über welches man soeben werthvolle Aufzeichnungen in der Bibliothek des Esquilins entdeckt hatte, stand wie mit Blitzeschnelle und Helle vor Pater Marchis Seele plötzlich jedes Wort, welches er in seiner Knabenzeit vom alten Frater Orsetti über das wunderbare Bild gehört, er erinnrte sich auf's lebhafteste, wie oft er es damals in der kleinen Kapelle zu Posterula gesehn, und erzählte seinen athemlos lauschenden Mitbrüdern die ganze rührende Geschichte.
Unsagbar groß war nun die Freude der frommen Söhne des hl. Alfonsus, und am liebsten hätten sie sich sogleich in den Besitz des kostbaren Kleinods gesetzt, das von Gottes und Rechteswegen in ihre Kirche zu gehören schien, da ja diese an die Stelle des alten Heiligthums von S. Matteo getreten war!
Jedoch sie handelten mit weiser Vorsicht, durch langes und inbrünstiges Gebet sich zur Wiedereroberung des edlen Schatzes vorbereitend, und erst am 11. Dezember 1865 begab sich der Redemptoristen-General zum hl. Vater, stellte ihm bei einer Audienz die ganze Sachlage vor, und erhielt von dem tiefergriffenen Pius IX., diesem glühendsten Marienverehrer seiner Zeit, sofort eine eigenhändige Schrift, in welcher der päpstliche Wille ausgesprochen war, das zu Posterula befindliche Gnadenbild unsrer lieben Frau von der immerwährenden Hilfe möge den Patres Redemptoristen verausfolgt werden und auf den Esquilin zurückkehren, wo es im früheren Heiligthum 3 Jahrhunderte lang verehrt worden sei!
So geschah es denn auch, und der 26. April 1866 war der freudenvolle Heimkehrtag der so lang vermißten, wiedergefundenen Mutter zu ihren nun überseligen Kindern, - ihr Triumphzug durch die Straßen Roms in einer so glor- und glanzreichen Prozession, daß sie jene erste vor nahezu 400 Jahren wohl noch weit übertraf.
Alle Straßen, durch welche der Zug mit dem Gnadenbilde sich bewegte, waren auf's herrlichste geschmückt, ganz Rom war auf den Füßen, und Arm und Reich, Groß und Klein wetteiferte, der geliebten Mutter zu huldigen.
Auch bei dieser Prozession geschahen - wie beim ersten Einzug des Bildes vor fast 400 Jahren - Wunder, zwei ganz auffallende Heilungen, welche den Jubel des Volkes noch erhöhten, und als wahrhaft wunderbare Mutter immerwährender Hilfe bestieg Maria zum zweiten Mal ihren Thron auf dem Esquilin.
Ein feierliches, unter ungeheurem Volkszudrang abgehaltenes Triduum folgte diesem für Rom stets unvergeßlichen 26. April. Die Begeisterung des Volkes schien mit jedem Tage zu wachsen, und da nun der Maimonat folgte, so war die Kirche des hl. Alfonsus auf dem Esquilin stets überfüllt bei den täglichen Andachten; von nah und fern eilte man herbei, die wiedergefundene Mutter zu begrüßen, zu verehren; selbst der hl. Vater, der große Papst Pius IX. erschien am Abend des 5. Mai 1866 ganz unerwartet in der eben beginnenden Maiandacht, schritt bis zum Altar vor, auf welchem das Gnadenbild thronte, und betete vor demselben knieend in größter Andacht.
In seinem Zimmer ließ er eine getreue Copie desselben aufhängen, und pflegte, - nach seiner eigenen Aussage - täglich davor zu beten, um der Immerwährenden Hilfe die Leiden und Anliegen der bedrängten Kirche vorzutragen.
Auf dringendes Ansuchen des Stadtviertels Dei Monti, welches 8 Pfarreien in sich schließt, mußten die Redemptoristen nach Ablauf des Monats Mai nochmals ein feierliches Triduum abhalten zum Dank dafür, daß Rom so glücklich sei, seine geliebte, hilfreiche Mutter neuerdings in seinen Mauern zu bergen; und so reichlich waren die Beiträge, welche von allen Seiten zu dieser dreitägigen Feier flossen, daß sie noch viel schöner und glanzvoller ausfiel, als selbst das erste Triduum!
Von jener Zeit an blieb die Verehrung eine allgemeine; zahlreiche Wunder, auffallende Heilungen an Seel' und Leib vermehrten täglich das Vertrauen der so hilfsbedürftigen Menschheit zur stets hilfsbereiten Mutter, - und von Rom aus ging der Ruf und Ruhm des Gnadenbildes über die ganze christliche Welt, und der süße Name Marias von der immerwährenden Hilfe senkte sich als linder Balsam in alle wehen und wunden Herzen nah und fern.
Als Ausfluß einer so allgemeinen und begeiserten Verehrung erfolgte schon am 23. Juni 1867 die feierliche Krönung des Gnadenbildes, bei welcher Mutter und Kind mit 2 kostbaren, goldenen, reich von Edelsteinen besetzten Kronen geschmückt wurden und somit abermals eine Festfeier, in der Kirche S. Alfonso stattfand, wie sie ruhmvoller für die göttliche Mutter und freudenreicher für das fromme, dankbar ihr huldigende Volk kaum gedacht werden kann!
Maria aber läßt sich an Liebe und Großmuth nicht übertreffen, und stets neue Wunder ihrer Muttermacht lohnten und lohnen die vertrauensvolle Verehrung ihrer Kinder.
Eine große Zahl dieser Wunder ist genau untersucht, zweifellos beglaubigt und umständlich verzeichnet. Die Kürze dieses Büchleines jedoch verbietet uns, näher auf dieselben einzugehen.
Wir brauchen aber auch diese Wunder kaum zu lesen; Jeder von uns, der in Seelen- oder Leibesbedrängniß mit vollstem Kindesvertrauen seine Zuflucht zur Mutter von der immerwähreden Hilfe nimmt, kann Solches u. Aehnliches selbst erleben, denn ihre Hand ist unterdeß nicht verkürzt, und ihr Herz nicht kalt und karg geworden.
Sie trägt vielmehr noch immer dasselbe Herz und denselben Namen, und dieses Herz und dieser Name bürgen uns dafür wie mit heiligem Eidschwur, daß sie uns're Hilfe sein und bleiben wird in Trübsal und Thränen, in Leben und Sterben, in Zeit und Ewigkeit!
So knieen wir denn nieder vor ihrem heiligen Bilde, heben Herz und Hand zu ihr empor, legen zu ihren Füßen alle Noth unseres Lebens nieder, und rufen zu ihr auf, voll zärtlicher Kindesliebe, in unerschütterlicher Christenhoffnung sie grüßend mit frommem

"Gruß an Maria von der immerwährenden Hilfe."

Wohl hast Du, Maria, viel' herrliche Namen,
Und jeder wie Honig dem Herzen ist süß,
Doch einer vor allen, der klingt mir wie Amen
Auf jegliche Bitt', wenn ich betend ihn grüß';
Das ist dieser eine, der milde und reine:
Maria, die immerdar währende Hilf'!

Im Thale der Thränen gehn weinend wir Alle,
Und ach! uns're Noth ist gar bitter und groß
Seit Eva, die Erste, uns stürzte im Falle.
Doch Eva, die Zweite, versüß't unser Loos!
Du blickest o Milde, vom Sternengefilde
Als Mutter der immerdar währenden Hilf'!

Beständige Noth wirkt beständiges Flehen,
Beständiges Fleh'n wird die Hilfe einst schau'n,
Nie hat man ein Herz ja verlassen gesehen,
Das zu Dir sich wandte mit Kindesvertrau'n.
Du bist ja die Treue, in Liebe stets Neue
Die Mutter der immerdar währenden Hilf'!

Daß Alle doch kämen, es laut zu verkünden,
Wie oft sie im Leben erlös't aus der Noth!
Befreiung vom Uebel, Vergebung der Sünden,
Den ewigen Frieden und Hoffnung im Tod.
Erwirkst Du am Throne uns Allen vom Sohne,
O Mutter der immerdar währenden Hilf'!

Auch ich hab' im Leben so oft es erfahren,
Wie Niemand vergebens zu Dir noch gefleht,
Und soll't ich als kostbarsten Schatz denn nicht wahren
Den Namen Dein immer in frommem Gebet?
Will einst das Herz brechen, ihn will ich noch sprechen,
O Mutter der immerdar währenden Hilf'!