Samstag, Dezember 23, 2006

Von Maria nie genug!

Von Anna Krankenedl, Graz

Meine Mutter ist die schönste,
himmlisch hold und lilienrein,
strahlend klar als wie die Sonne,
Glieder zart gleich Elfenbein.
Gold'ne Bundeslad' des Höchsten,
rings geziert mit Edelstein.
Meine Mutter ist die schönste,
wie das Mondlicht sanft und mild;
schaut selbst Gott mit Wohlgefallen
auf dies hehrste Frauenbild.

Meine Mutter ist die reinste,
reiner als die Engel sind,
weiße Taube, weiße Lilie,
an ihr man kein' Makel find't.
O, wie sollten wir nicht lieben
dieses Wesen blütenrein;
nur die reinste aller Reinen
durfte Christi Mutter sein!
Alle Scharen der Jungfrauen
sie an Reinheit überstrahlt;
drum hat Gott ihr auch verliehen
Krone, Zepter und Gewalt.

Meine Mutter ist die liebste,
reich an Zärtlichkeit und Huld;
durch ihr Fürbittwort beim Sohne
tilgt er unsre Sündenschuld;
gerne schenkt sie reu'gen Sündern
Gnade, Beistand und Geduld.
Liebreich, treu mit ihrem Mantel
sie in Weltgefahr uns deckt,
daß uns nicht des Feindes Wüten
und der Menschheit Bosheit schreckt.
Jesum hat sie einst geopfert
uns zulieb im Martertod;
gab's ein Wesen je auf Erden
das uns solche Liebe bot?

Meine Mutter ist die reichste,
reich an Würde, Gut und Macht,
darf mit ihrem Sohne herrschen,
der zur Fürstin sie gemacht,
und das All liegt ihr zu Füßen,
das ihr dienet Tag und Nacht.
Alle Gnaden darf verteilen
ihre Mutterhand allein,
und wir dürft'gen, sünd'gen Menschen
dürfen ihre Kinder sein.
Schönste, reinste, liebste, reichste
Himmelsfürstin wunderbar;
kein Geschöpf gab's je auf Erden,
das Dir zu vergleichen war.

Ja, wir haben eine Mutter,
gnadenvoll und wunderprächtig,
hilfsbereit, getreu und mächtig.
Ja, MARIA ist's die Eine,
auserwählt und schön wie keine,
wahre Mutter Jesu Christ,
die nach Gott uns Alles ist.

Freitag, Dezember 08, 2006

Vorwort von Pater C.E. Schmöger C.ss.R. zum Werk "Emmerick-Visionen" 8. Folge

9. Indem wir nun den weiteren Mittheilungen der gottseligen Emmerich über "die Verkündung des Engels" und "die Geburt des heiligsten Jesuskindes unsere Aufmerksamkeit näher zuwenden, begegnen wir drei höchst bedeutsamen Eröffnungen, die aus mehrfachen Gründen besonders hervorgehoben zu werden verdienen. Dieselben sind nämlich so einfach, so absichtslos und theils wie in zufälliger Verbindung mit anderen Äußerungen vorgebracht, daß eine nur flüchtige Lesung sie leicht übersehen, oder sie doch nicht nach ihrer tieferen Bedeutung würdigen mag. Sie enthalten aber den Schlüssel zu dem ganzen ferneren Leben der allerseligsten Jungfrau, wie dasselbe von der gottseligen Emmerich beschrieben wird, und stehen mit dem Geiste und nicht selten auch mit den Worten der "Offenbarungen" einer heiligen Brigitta in so bemerkenswerther Übereinstimmung, daß es sich wohl der Mühe lohnt, jene so kurzgefaßten Worte der seligen Emmerich durch wörtliche Anführung der auf die gleichen Geheimnisse sich beziehenden, aber ausführlicheren Eröffnungen der heiligen Brigitta mehr zu beleuchten. Der geneigte Leser wird dadurch, vielleicht nicht ohne freudige Überraschung, die Überzeugung gewinnen, welch' ein großer Schatz wahrhafter Erbauung und Erleuchtung unter den schmucklosen schlichten Worten der seligen Emmerich verborgen ist.
Auf Seite 147 unten findet sich die Stelle:
"Maria erzählte der heiligen Elisabeth, sie sei in der Stunde der Verkündigung zehn Minuten in Entzückung gewesen und es sei ihr gewesen, als verdopple sich ihr Herz und sie sei mit unaussprechlichem Heile erfüllt. In der Stunde der Geburt aber habe sie eine große Sehnsucht empfunden und es sei ihr gewesen, als trenne sich ihr Herz auseinander und die eine Hälfte scheide von ihr."
Genau dasselbe hatte im Gesichte auch die heilige Brigitta aus dem Munde der allerseligsten Jungfrau vernommen, die folgende Worte an sie richtete: (Revelationes s. Brigittae 1. I. c. 35)
"So oft du das bittere Leiden meines Sohnes betrachtest, so halte dir gegenwärtig, meine Tochter, daß alle Glieder seines heiligsten Leibes mir wie meine eigenen, ja wie mein eigenes Herz selber waren. Er wurde in mir empfangen im Feuer der göttlichen Liebe und durch die Liebe kam Er und war Er in mir. Das Wort aber und die Liebe (der heilige Geist) haben Ihn in mir gebildet; und Er war mir, als wäre Er mein Herz. Darum hatte ich, als Er aus mir geboren wurde, die Empfindung, als würde die eine Hälfte meines Herzens geboren und scheide aus mir. Und darum empfand ich, als Er sein Leiden begann, dieß sein Leiden als das Leiden meines eigenen Herzens. Denn ein Herz, das zur Hälfte auswendig und zur Hälfte inwendig ist, empfindet inwendig gleichmäßig den ganzen Schmerz, wenn die auswendige Hälfte gefoltert wird. So wurde ich selber d. i. mein Herz auch mit-gegeißelt und mit-durchstochen, als mein Sohn, Er die andere Hälfte meines Herzens, gegeißelt und mit Dornen gekrönt wurde. Auch war ich auf seinem ganzen Leidenswege stets in seiner nächsten Nähe und vermochte nicht, Ihm ferne zu bleiben. Ich stand zunächst an seinem Kreuze; und wie das am wehesten thut, was dem Herzen am nächsten ist, so war, was ich bei dem Kreuzstamme litt, der bitterste Schmerz noch von allen. Und als mein Sohn vom Kreuze herab mich anblickte, und ich zu Ihm meine Augen erhob, da strömten mir die Thränen, wie das Blut aus geöffneter Ader, aus den Augen. Und da Er mich in Pein ganz aufgelöst erblickte, wurde Er über meine Schmerzen so sehr betrübt, daß Er aus Mitleiden mit mir die Martern seiner eigenen Wunden nicht mehr zu verspüren glaubte. Gleichwie Adam und Eva um einen Apfel die Welt verkauft hatten, so haben mein Sohn und Ich, gleichwie mit Einem Herzen, die Welt wieder losgekauft."

Mittwoch, November 08, 2006

Kurze Geschichte des wundertätigen Muttergottesbildes von Ghetto in Rom

Maria del Ghetto

Es war in den ersten Tagen des Heumonats 1843, als die ganze Stadt Rom durch mehrere Wunder in freudige Bewegung gerieth, die sich bei dem Muttergottesbilde von Ghetto ereigneten.
Eine arme Frau hatte ein fünfjähriges Kind, das an dem einen Auge von Geburt an blind, später durch Krankheit auch noch das andere verlor. Da alle ärztliche Hülfe vergeblich war, nahm die Mutter ihre Zuflucht zur Madonna von Ghetto, deren Bildniß in der Nähe der Judengasse sich befindet. Sie begab sich also sammt ihrem Kinde an diesen Ort, um da zu beten. Bald wurde sie erhört. Das blinde Kind fieng plötzlich zu schreien an: "Mutter, Mutter, ich sehe eine Muttergottes!" Und wirklich war das Muttergottesbild nun der erste Gegenstand, den das Kind nach seiner wunderbaren und vollständigen Heilung erblickte. Das Wunder verbreitete sich schnell, und zahllose Menschen kamen nun herbei, um das Bild zu sehen. Dasselbe wurde geschmückt, und des Abends recht schön beleuchtet. Der Andrang des Volkes war so groß, daß die Polizei, um Unfällen vorzubeugen, sich veranlaßt sah, zwanzig Mann als Wache hinzuschicken.
Um die nämliche Zeit wurde auch ein lahmer Maurer, der dort immer bettelte, vollkommen hergestellt.
Ein drittes Wunder bei diesem Muttergotttesbilde war die Heilung eines lahmen Mädchens; es ereignete sich am 2. Juli. Dieses Mädchen, das Kind einer Wascherin, konnte sich schon von Geburt an seiner Füße nicht im Geringsten bedienen; denn die Knochen der Füße und Beine waren so weich wie Lumpen, und konnten den Körper unmöglich tragen. Am genannten Tage nun saß dieses Kind auf der Stiege seiner Wohnung, und wartete auf die Zurückkunft seiner Mutter. Da sprachen einige Vorübergehende zu ihm: "Geh' zur Madonna hin, welche vor einigen Tagen den lahmen Maurer geheilt hat." Das Kind, gestützt auf seine hölzernen Krücken, deren es sich mit Schnelligkeit zu bedienen wußte, machte sich alsogleich auf den Weg.
Vor dem Muttergottesbilde angekommen, betete es - nach seiner eigene Aussage - den Rosenkranz, die Litanei, das Salve Regina und noch einige kurze Gebetlein. Kaum hatte es geendigt, so sagte eine Stimme zu ihm: "Laß deine Krücken hier und geh'!" - Das Mädchen erhob sich, und zum ersten Male in seinem Leben begann es zu laufen.
Schon seitdem das erste Wunder sich ereignet hatte, wurden vor dem Muttergottesbilde viele Kerzen angezündet, und viele Leute beteten daselbst, welche nun beim Anblick des geheilten Mädchens sogleich zu rufen anfiengen: "Wieder ein Wunder!" Bald war das Mädchen von einer großen Menge Volkes umringt. Überall sah man Freudenthränen vergießen, und von allen Seiten her ertönte der Ruf: "Mutter Gottes, Gnade! Mutter Gottes, Dank!"
Die ganze Stadt Rom freut sich über diese Gnadenbeweise der glorreichen Himmelskönigin. Das wunderthätige Bild, 2 Schuh hoch und 1 1/2 Schuh breit, stand bis zum 4. Heumonat Abends unter dem Bogen Cenci, hinter dem Judenplatze. Am folgenden Tage hat das Generalvikariat dasselbe in die Kirche zu "S. Maria del pianto" übertragen lassen, und dort zur Verehrung auf den Hochaltar gestellt.

Gebet zur allerseligsten Jungfrau Maria, die man verehrt unter dem Titel: "Hülfe der Christen".

Heiligste, unbefleckte Jungfrau und meine liebe Mutter Maria! Zu Dir, der Mutter meines Gottes, der Königin der Welt, der Fürsprecherin, Hoffnung und Zuflucht der Sünder, zu Dir eile ich heute, ich, der Elendeste unter allen Elenden! -- Wie kann ich Dich würdig verehren, o große Königin! Wie Dir genugsam danken für die vielen Gnaden, welche deine Liebe mir bisher erzeigt hat! O liebenswürdigste Königin, durch die Liebe, welche Du zu uns trägst, verspreche ich Dir, von nun an Dir treu zu dienen, und auch, so viel mir möglich ist, zu machen, daß Du auch von Andern geehrt und geliebt wirst. Auf Dich setze ich alle meine Hoffnung, mein ganzes Heil; nimm mich zu deinem Diener an, und beschirme mich unter deinem Schutzmantel, o Mutter der Barmherzigkeit! Und da Du bei Gott so viel vermagst, bitte ich Dich, Du wollest mich aus allen Versuchungen erlösen, oder mir wenigstens die Kraft erwerben, dieselben jederzeit und besonders in der Stunde meines Todes zu besiegen. Amen.

V. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin!
R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Samstag, Oktober 28, 2006

Im Kraftfeld der Liebe Gottes

Bild von Sr. Maria Bernarda: Bernhard von Clairvaux grüßt die Gottesmutter.

Ist es nicht verwunderlich und erstaunlich, ja TRAGISCH, daß schier die ganze Welt, so blind und taub am Wesentlichsten, am einzig Entscheidenden vobeizirkuliert, stets mehr bestimmt duch die Fliehkraft ihrer selbst- und umwelt- und satanangetriebenen Bosheit als durch die Anziehungskraft der Liebe Gottes? Wieviele sind schon aus diesem Kraftfeld vollends entwichen und hinabgestürzt in den "leeren", gottfernen, gott-LOSEN Raum der Hölle, aus dem ein Zurück nicht mehr möglich ist?
Wo ist unser derzeitiger Aufenthalt, unsere "Umlaufbahn"? in GOTTES Nähe oder relativ distanziert von Ihm? Wir ALLE schweben in diesem Leben noch mehr oder weniger "über" dem allein lebenspendenden "Zentralgestirn" GOTT, wir ALLE "ruhen" noch nicht auf und an und in GOTT, weil wir unseren erbsündlichen "Schub" noch nicht oder noch zu wenig abgebremst haben! Tun wir es doch endlich! Schalten wir die "Aggregate" der Eigenliebe, des Stolzes, der Habgier usw. aus. Der vermeintliche "Aufstieg" ist ja in Wirklichkeit Verlassen des "Bodens", des "Vaterhauses", ist "Ausschweifung" in die Fremde, Ferne, ins Elend, in den Hunger, den Tod...
Lassen wir uns VERTRAUENSVOLL unter "kundiger Führung" unserer himmlischen MUTTER "nieder" "auf" GOTT! Kehren wir zurück an Sein Vaterherz, um Ihm nie wieder zu entrinnen.

"Du bist die Königin der Welten und aller Christen milde Herrscherin; in Deine Schutzmacht wir uns stellten mit Seele, Leib und Geist von Anbeginn. In Dir dem Herrn wir Ehre singen, vom Licht des Himmels freudenvoll umhüllt, das unser Leben will durchdringen, mit tiefem Leuchten alles Sein erfüllt."
Sr. Renate-Raphaele B.

Samstag, September 16, 2006

Vorwort von Pater C.E. Schmöger C.ss.R. zum Werk "Emmerick-Visionen" 7. Folge

8. Nun möge auch noch ein um mehrere Jahrhunderte älterer Theologe und Geisteslehrer, der gottselige Eadmerus, der Schüler und unzertrennliche Begleiter des heiligen Lehrers Anselmus, gestorben im Jahre 1121, vernommen werden, welcher über die höchste Würdigkeit der Vorbereitung des Kindes Maria im Tempel auf die Empfängniß des Sohnes Gottes in ihrem heiligsten Schoße mit hoher Salbung sich ausspricht. (In seiner Abhandlung über den englischen Gruß, welche sich in dem II. Band der von D. Gerberon besorgten Ausgabe der Schriften des heiligen Anselmus findet.) Es verdienen seine Worte gar sehr der Vergessenheit entrissen zu werden, da kein Leser sie ohne Erhebung des Geistes und ohne Förderung der Liebe zu Jesus und Maria vernehmen wird. Er sagt:
"Wer wäre im Stande, auch nur zu ahnen, geschweige mit Worten zu sagen, wie heilig, wie rein, wie Gottes würdig Maria ihr Leben eingerichtet und geführt hat? Ihr reinster Leib, ihre heiligste Seele blieben durch den betändigen Schutz der Engel vor jeglicher Makel auf das Vollkommenste bewahrt, wie es ihr als der Wohnung gebührte, in welcher Gott, ihr und aller Dinge Erschaffer, leiblicher Weise seinen Wohnsitz nehmen, und aus der Er die menschliche Natur zur Einigung mit seiner Person auf unbegreifliche Weise annehmen wollte. Wenn es selbst unter den Menschen im Gebrauche ist, daß, so ein Machthaber oder Reicher irgendwo Einkehr nehmen will, dessen Diener voraneilen, um die Herberge zu bestellen, zu reinigen, zu schmücken und zu bewachen, damit der Gebieter bei seiner Ankunft Alles wohl bereitet und geziehmend hergerichtet finde, welche Ausrüstung mit allen Tugenden muß für die Ankunft des himmlischen und ewigen Königes in dem Herzen der heiligsten Jungfrau geschehen sein, welche Ihn nicht für wenige Augenblicke nur in sich beherbergen, sondern mit ihrem Fleische Ihn bekleiden und als Mutter Ihn gebären sollte? Da nämlich die Fülle der Zeit gekommen war, die Gott selbst vor aller Zeit zu seiner Ankunft vorherbestimmt hatte, sandte Er Gabriel, einen der ersten Fürsten seines Reiches, um dir, o seligste aller Frauen anzukündigen, es stehe bevor die Erlössng der Menschen, und Er wolle dieselbe bewirken und aus dir, du Allerreinste, durch die Wirkung des heiligen Geistes als wahrer Mensch geboren werden. Du vernimmst, o Herrin, diese Botschaft und über dieses zu allen Zeiten unerhörte Geheimniß erstaunest und verwunderst du dich; doch regt sich in dir kein Unglaube, sondern unbezweifelt hältst du fest, es sei ganz und gar unmöglich, daß nicht geschehe, was der Engel verkündet! Maria glaubt und ist gewissest überzeugt, der gütige, liebevolle, an edlen Erbarmungen überreiche Gott steige von seinem himmlischen Sitze hernieder zur Erde, werde Mensch, um durch seinen freiwilligen Tod die Menschen vom ewigen Tode, dem sie verfallen sind, zu erretten. Darum antwortet sie dem Engel mit den Worten: 'Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Worte!' O Gott so angenehmer Glaube! O wohlgefällige Demuth! O Gehorsam, lieblicher vor Gott, als jedes Opfer! Was hätte also Gott bei seiner Herabkunft finden sollen, das Ihm an der Jungfrau nicht gefallen hätte, aus welcher der Wohlgeruch der höchsten Tugenden Ihm entgegenströmte? Gewiß, durch seinen Glauben allein hatte Abraham Gott gefallen und das allein, daß er glaubte, wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet. Über den Demüthigen und Sanftmüthigen aber und über Jenen, die in Ehrfurcht seine Worte bewahren, ruhet nach dem Zeugnisse Gottes sein heiliger Geist und ihr Gehorsam ist Ihm lieber, als Opfer. Da nun gerade in dem, was Gott am meisten gefällt, die heiligste Jungfrau sein höchstes Wohlgefallen verdiente, so glaube ich, daß sie durch nichts Anderes mehr sein Wohlgefallen in noch höherem Grade hätte erlangen können. Wir glauben auch fest und unbezweifelt, daß ihr Herz vor jeder Makel und Sünde vollkommen rein bewahret blieb, so daß in Wahrheit über ihr der heilige Geist, als über der Demüthigen, Sanftmüthigen, die Worte Gottes in Ehrfurcht Bewahrenden, in seiner ganzen Fülle ruhen konnte, und daß Er sie als die mit keuschestem, reinstem Herzen dem Willen Gottes Gehorchende lieblicher erfand, als jedes Brandopfer, und daß Er sie deßhalb in der Kraft des Allerhöchsten überschattete und den Sohn Gottes aus ihr mit dem Fleische bekleidete. Darum erhebe sich jedes menschliche Herz und versuche nach Möglichkeit zu erkennen, welches Gewicht bei dem allmächtigen Gott die Verdienste dieser allerseligsten Jungfrau besitzen. Es vesuche, sage ich, jedes Herz, zu betrachten, zu erkennen, zu bewundern den Eingebornen, wesensgleichen, geichewigen, gleichallmächtigen, aus dem Schoße des Vaters von Ewigkeit gezeugten Sohn, durch den Er alle sichtbaren und unsichtbaren Geschöpfe aus dem Nichts gemacht hat! Denn diesen seinen so einzigen und so geliebtesten, Ihm in Allem durchaus gleichen Sohn wollte Gott der Vater nicht als nur seinen Sohn allein belassen, sondern Er wollte, daß eben Er in voller Wirklichkeit der Natur nach der einzige und der geliebteste Sohn auch der seligsten Jungfrau Maria sei. Und dieß nicht so, daß nun zwei Söhne wären, der eine als Gottes Sohn, und der andere als Mariä Sohn, sondern daß der Eine und Selbe Sohn Gottes in Einer Person auch der Sohn Mariä sei, und daß der Sohn Mariä zugleich der Eine und Selbe Sohn Gottes in Einer Person sei. Wer muß nicht in höchstes Erstaunen darüber gerathen und für ein ganz unbegreifliches, unaussprechlich großes Wunder es erachten, daß Gott solches beschließen konnte! Die süßeste Jungfrau aber, aus Adams Nachkommenschaft aufgesproßt, wird im Gegensatz zu Eva, die den Fluch zu hören verdiente, nun vom Engel selig gepriesen über alle Weiber; sie empfängt, sie trägt, sie gebiert den Gottmenschen, der alle Übertretungen der Kinder Adams sühnen, sie von Schuld und Strafe erlösen und zu Erben seines himmlischen Reiches einsetzen wird."

In gleichem Sinne richtete auch der heilige Hieronymus an Eustochium die Worte:
"Erhebe dein Auge zur seligsten Jungfrau Maria, deren Reinheit so groß ist, daß sie verdiente, die Mutter unseres Gottes und Herrn zu sein."
Und es wetteiferten unter einander die Lehrer des Morgenlandes in Lobpreisungen des Schoßes der heiligsten Gottesgebärerin. So nennt der heilige Andreas von Creta "den Schoß Mariä"
"das herrlichste Kleinod der Jungfräulichkeit, die Himmel an Reinheit übertreffend, die vollkommenste Darstellung der ursprünglichen Schönheit."
Gregor von Neucäsarea legt dem Erzengel Gabriel die Worte in den Mund:
"Alle himmlischen Heerschaaren grüßen durch mich dich heilige Jungfrau; ja der Gebieter aller himmlischen Schaaren hat aus allen seinen Creaturen nur dich als die heiligste und am reichsten für Ihn geschmückte auserwählt, um aus deinem heiligen, keuschen, reinen, makellosen Schoße zum Heile der ganzen Welt als die hellglänzende Perle hervorzugehen. Denn du Heilige bist aufgestiegen zu einer die ganze Menschheit weit überragenden Schönheit, Reinheit und Heiligkeit; und dein Herz übertrifft an blendendem Weiß den frischgefallenen Schnee; dein Schoß aber an Lauterkeit jedes auch noch so oft im Feuer geläuterte Gold."
Auch in ihren liturgischen Hymnen preist die rechtgläubige Kirche des Morgenlandes den Schoß der Jungfrau als "den Thron, geschmückt für Aufnahme des Wortes."
"Von deiner Schönheit, o vollkommen Unbefleckte, angezogen, nimmt das Wort Wohnung in deinem Schoße, um die Menschen von der Häßlichkeit der Sünde zu erretten und mit der Gabe der ursprünglichen Schönheit zu beschenken." - "Nach dir, ganz unbefleckte Jungfrau, als dem reinsten, schönsten aus allen seinen Geschöpfen, verlanget der Herr aller Schönheit, um aus deinem Schoße geboren zu werden." - "Dich, o Unversehrte, erfindet das allerheiligste Wort als sein Ihm geweihtes Heiligthum und nimmt Wohnung in deinem Schoße. Alle, welche dich ehren, will Er heiligen, erleuchten und Vergebung ihrer Sünden ihnen gewähren." - "Weil du an Verdiensten alle Creaturen übertiffst, darum hast du, o Jungfrau, deinen Gott und Erschaffer in deinem Schoße empfangen und zur Erlösung der Sterblichen Ihn geboren." - "Du bist das Tabernakel des Wortes geworden, weil du allein, o jungfräuliche Mutter, ganz rein und schuldlos bist, ja die Engel an Reinheit übertriffst." - "Weil du heiliger bist als jede Creatur, hat der heilige Gott in deinem Schoße gewohnt. Du allein bist würdig von Ihm erachtet worden, um die Mutter Gottes zu werden." - "Dich hat unser Herr und Erschaffer erkannt als die reine Rose der Thalgründe, als die duftende Lilie und von deiner Schönheit angezogen, wollte Er aus dienem Blute den Leib sich bereiten."
Die Würde des Schoßes Mariä nach der Empfängniß des ewigen, unerschaffenen Wortes ist so erhaben, daß er mit vollem Rechte von den heiligen Lehrern dem höchsten Himmel gleich gestellt wird. So sagt der heilige Ephrem der Syrier:
"Durch ihre Empfängniß des Wortes ist Maria für uns der die Gottheit in sich tragende Himmel geworden, welche Jesus Christus, ohne von der Herrlichkeit des Vaters sich zurückzuziehen, in die engen Grenzen ihres Schoßes eingeschlossen hat, um die Sterblichen zu der hohen Würde der Kindschaft Gottes zu erheben. Diesen Schoß allein hat Er sich erwählt, auf daß Maria sein Werkzeug für unsere Erlösung werde."
Ähnlich lauten die alten Hymnen des Morgenlandes:
"Wir preisen dich, o heiligste Mutter, als den Himmel Gottes und als seinen Thron; denn aus dir will Jesus, die Wahrheit und das Leben, zu uns kommen." - "Du, o Jungfrau, erscheinest in Wahrheit als der Himmel über dem Erdkreis, der höher ist, als der höchste Pol; denn aus dir geht auf die Sonne der Gerechtigkeit." - "Alle Chöre der Himmel verkünden dein Lob, denn du bist der zweite Himmel über dem Erdkreis; du bist der neue Himmel, denn aus dir ist für uns aufgegangen die Sonne der Gerechtigkeit."

Dienstag, September 05, 2006

Maria hilf!


Mit deinem Sohn auf deinen Armen
Erscheinest Du der armen Welt
Als Gottesmutter voll Erbarmen,
Zu ihrer Helferin bestellt:
MARIA HILF!
Wenn ich im schweren Unglück weine,
Wenn mich verlockt der Sünde Lust,
Dann, o Maria allzeit reine,
Zieh' mich an deine Mutterbrust:
MARIA HILF!
Und will es für mich Abend werden,
Und lieg' ich in des Todes Pein,
Dann soll mein letztes Wort auf Erden
Mein letzter Trost der Bittruf sein:
MARIA HILF!

Freitag, August 25, 2006

Das Gnadengebet zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Heiligsten Herzen Jesu

Gedenke, o Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen Jesu, der unaussprechlichen Macht, die dein göttlicher Sohn dir über sein anbetungswürdiges Herz verliehen hat. Voll Vertrauen auf deine Verdienste kommen wir, deinen Schutz anzuflehen. O himmlische Schatzmeisterin des Herzens Jesu, dieses Herzens, das die unversiegbare Quelle aller Gnaden ist und das du nach deinem Belieben öffnen kannst, um daraus über die Menschen alle Schätze der Liebe und Barmherzigkeit, des Lichtes und des Heiles, die es in sich schließt, ausströmen zu lassen: Gewähre uns, wir bitten dich innig, jene Gnaden, um die wir dich anflehen. Nein, von dir können wir keine abschlägige Antwort erhalten, und weil du unsere Mutter bist, o Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen Jesu, so nimm unsere Bitten gnädig auf und erhöre sie gütig. Amen.

500 Tage Ablaß jedesmal. (S. P. A., 5. April 1949)

Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen Jesu, bitte für uns! 300 Tage jedesmal!

Imprimatur. - Aquisgrani, d. 12 m. Martii a. 1954. - Dr. Müssener, Vic. gen. - J. N. I 480/54.